Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Emanzipationsbewegung in Bamberg
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
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264 Die Emanzipationsbestrebungen in Bamberg. nisterial-Erlaß, hinsichtlich des Matrikelwesens, von dem ich in Kenntnis gesetzt wurde, die allerdings noch etwas Besseres zu erwarten ver anlassen können. Einige Tage später erhielt ich eine Einladung vom Herrn von Hirsch in Würzburg, den 1. Dezember dorthin zu kommen. Der Einladung folgend, fand ich zu meinem großen Vergnügen Herrn Staatsrat von Stürmer daselbst. Dieser wahrhafte Ehrenmann, bei dem weder Intrigue noch Hofton zu suchen ist, versicherte uns heilig und teuer, daß der Staatsratsbeschluß zur Abänderung des gedachten Edikts mit sehr günstigen Bestimmungen bereits an Sr. Majestät den König abgegangen sei.« . Baron Hirsch entfaltete in der Tat damals hinter den Kulissen im Interesse seiner bayer. Glaubensgenossen eine unermüdliche Tätigkeit, deren Anerkennung der Gemeindevorstand von Bamberg in einem Dankbrief vom 20. Februar 1835 mit den Worten ausdrückt: »Gott sieht Ihre Taten ׳ und wird zu dem besten Erfolg seinen Segen geben, sowie Sie und die Ihrigen dafür belohnen, wie wir es als ein gutes Vorzeichen gewahren, daß die Vorsehung Sie, dessen edles Herz im Verein mit den Mitteln es sich zum ernsten Bestreben gemacht hat, den vom Schicksal tiefgebeugten Brüdern ein Erretter zu werden, aus unserer Mitte als. Stellvertreter gewählt hat,־ wodurch Sie Ihrem allgemein gefeierten Namen für die ganze isr. Bevölkerung bis zu den spätesten Nachkommen ein ehrendes Andenken stiften.« Alle diese Bemühungen und Verhandlungen aber hatten vorerst keinen andern Erfolg als die Einberufung von Kreissynoden (1836), welche bekanntlich keine andere Wirkung hatten als die Anhäufung von schätzbarem Aktenmaterial1). Die Emanzipationsbewegung aber gelangte dadurch nicht zum Stillstand, sie schwoll sogar i. J. 1837 zu einem auch die kleinsten Gemeinden fortreißenden Strome an. Der Gemeindevorstand von Bamberg sandte am 3. April einen Petitionsentwurf an Dr. Carl Feust in Fürth mit *) Vgl• Jost: Neuere Geschichte der Isr. I., S. 134 ff.