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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 263

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Die Emanzipationsbewegung in Bamberg
Date
1910-01-01
Page
Seite 263 (sequence 7)
Language
German
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Die Emanzipationsbestrebungen in Bamberg. 263 •sind bereit, ihr Leben ihrem Könige und ihrem Vaterlande zu opfern, viele sind schon vor dem Feinde gefallen, im Frieden sind sie brave Soldaten, ihre Abschiede zeigen, daß solche entweder eine gute oder eine ausgezeichnete Aufführung gepflogen haben, auf der Liste der Deserteure wird man wenig, fast gar keine finden. Der Israelite zahlt willig und gerne seine Abgaben, selbst wenn er Lebensbedürfnisse dabei entbehren müßte. — Die Zahl der Vergehen und Verbrechen sind unter Israeliten sehr gering, verursachen dem Staate wenig Kosten, mit einem Worte: der Israelite ist ein guter Untertan; deswegen muß es ihn sehr schmerzen, mit Ausnahmsgesetzen bedrückt zu werden, Gesetzen, die der größte Teil nicht verdient. Gerne würde man solche ertragen, wenn man eine Ursache hiefür auffinden könnte. Sollte es religiöse Intoleranz sein? Hiezu ist unser Zeitalter in der Bildung zu weit vorgerückt, nicht fähig, können solches auch von einer höchst weisen Regierung nicht erwarten. Sollte bürgerliche Unfähigkeit von unsererer Seite daran Schuld sein? Auch dieses wird verneint, denn seit dem Edikte vom 10. Juni 1813 hat sich die israelitische Jugend zu allen bürgerlichen Gewerben und Künsten herangebildet, mehrere den Wissenschaften gewidmet, allein noch wird diesen der verdiente Lohn der Gleichstellung nicht gereicht, im Gegenteil werden alle, der wissenschaftlich Gebildete, der Gewerbetreibende, der Künstler, der Ökonom mit dem Trödeljuden gleich geachtet.« Ober den Erfolg aller dieser Bemühungen entnehmen wir der Zuschrift eines Herrn Eduard St einer t aus Marktsfest a. ML vom 4. August 1834 folgendes : »Wenn auch das Resultat meiner letzten Audienz vom 23. Juni, daß das Edikt von 1813 ein organisches Gesetz sei und die Ab- •ändernng oder Aufhebung eines jeden organischen Gesetzes einzig und allein von Sr. Majestät dem König abhängen, in dessen Folge eine solche Abänderung demnächst zu Gunsten der Israeliten in Bayern erfolgen werde, geeignet war, mich der Hoffnung hinzugeben, daß wir für unser mühevolles Streben endlich doch noch eine erkleckliche Entschädigung erhalten könnten, so waren es die gemachten Erfahrungen, die wie Spottgeister meinem Innern vorschwebten und jede aufkeimende Hoffnung niederkämpften; was mich auch veranlaßte, den Erfolg abzuwarten und nicht wie schon oft voreilig täuschende Hoffnung zu nähren. Eine kleine Geschäftsreise von 16—18 Tagen kam meiner Geduld zu Hilfe. Bei meiner Rückkehr fand ich einige sichere Nachrichten aus München, sowie einen loyalen Mi-

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