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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 260

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Die Emanzipationsbewegung in Bamberg
Date
1910-01-01
Page
Seite 260 (sequence 4)
Language
German
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260 Die Emanzipationsbestrebungen in Bamberg. Von der Hand Rosenfelds wurde zur Beantwortung der Anfrage der Regierung unterm 11. Jan. 1833 eine ausführliche Denkschrift ausgearbeitet, welche mit folgenden Worten einleitet: »Die Allerhöchste Landesväterliche Absicht Sr. Majestät des Königs, eine Revision der über die Verhältnisse der Israeliten in Bayern bestehenden Gesetze und Verordnungen allergnädigst Platz greifen zu lassen, erfüllt sicher die Brust eines jeden Israeliten mit der dankbarsten Freude und Hoffnung. Denn der größte Teil der Israeliten in Bayern ist nimmer derselbe vom Jahre 1813, er fühlt die Hindernisse nur allzu sehr, die jene ihren Wert überlebten beschränkenden Gesetze seiner wahren Verbürgerlichung in den Weg legen und muß daher wünschen, in eine bessere freiere, ehrenvollere Lage versetzt zu werden, um die von ihm geheischt werdenden staatsbürgerlichen Pflichten mit Freude und Liebe erfüllen, und als redlicher ehrbarer Sohn des Vaterlandes leben und bestehen zu können. Vertrauesvoll blickt derselbe auf die Gerechtigkeit und Vaterhuld Sr.. Majestät des Königs und erwartet von seiner glorreichen Regierung die Abnahme der schmählichen Fesseln, welche Geist, Mut und Kräfte lähmen und ihn fortwährend zur Zielscheibe des Spottes und der Verachtung machen. Wenn nun zu diesem Ende Allerhöchsten Ortes Verbesserungs- Vorschläge von den Rabbinern und Kultusadministratoren in Absicht auf ihre religiösen Verhältnisse allergnädigst gefordert werden, so kann der alleruntertänigste Verfasser dieser Vorschläge seine Überzeugung nicht unterdrücken, daß das allerzweckmäßigste einzige probate Mittel zur Veredlung der Israeliten in religiöser, bürgerlicher und moralischer Hinsicht ihre bürgerliche Emanzipation sei.« Die Denkschrift, welche mit großem Freimut und Scharfsinn die kritische Sonde an die einzelnen Paragraphen des bayer. Judenedikts ansetzt, schließt mit folgenden Worten : »Möchten die in diesen Blättern hier alleruntertänigst niedergelegten Vorschläge und Wünsche der allerhuldreichsten Würdigung und Erhörung sich erfreuen können! Der nützlichen Früchte viele würden dadurch dem Vaterlande erwachsen und die heißen Wünsche der bayerischen Israeliten werden stets für das Wohl ihres Höchsterhabenen väterlichen Beherrschers himmelan steigen und den Segen erflehen, der wie Sein glorwiirdiger Ruhm, ewig erblühen und bestehen möge.

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