Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 16)
- Language
- German
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Besprechungen. 253 daß dieses Prinzip yon außen hineingetragen uns in der Auffassung des M. T. nur hinderlich sein muß. Daher vermissen wir auch beim Verfasser in seiner Behandlung der logischen Aufeinanderfolge der einzelnen Bücher des A4L T279) ״) die logisch begründete Gliederung der 4 Bücher der theoretischen Halacha der I. Abteilung. S c h vy a r z hat daher Recht, daß er1) das Teilungsprinzip, wonach die ganze Materie in praktische und theoretische Halacha geteilt wird, verwirft und die Behauptung aufstellt, daß die 14 Bücher des ,ידידחזקד ein in sich geschlossenes System darstelien. Nur sind wir leider nicht in der Lage, den organischen Zusammenhang der 14 Bücher des M. T., wie ihn Schwarz darstellt, zu akzeptieren. Schon beim dritten Büche זמנים versagt seine Theorie. Schwarz meint2) nämlich, »daß die Gotteserkenntnis zur Liebe Gottes führt« und »daß diese Liebe, welche wir Tag für Tag mit unserem Leben betätigen, auch die Liebe zu unseren Nebenmenschen erweckt«, welche letztere »durch die an bestimmte Zeiten gebundenen Feste die größte Förderung findet«. Daher die Aufeinanderfolge der ersten drei Bücher מדע אד.בד. זמנים. Allein abgesehen davon, daß die humane Seite der Festtage im Moreh III, 43 nur als Nebengedanke auftritt, wie es Ziemlich in seiner Entgegnung (316 Anm. 1) mit Recht hervorhebt, und abgesehen von allen anderen Bedenken, die er dort anführt, ist es nicht denkbar, daß Maimuni das Buch זמנים mit seinen 10 Sektionen mit der 30 פרקים enthaltenden Sektion שבת an der Spitze nur darum auf das Buch ארבה folgen läßt, weil sich darin an 4, Stelle eine kleine Sektion, שביתת ירט־ nämlich findet, die eine humane Seite hat. Auch findet Schwarz keinen Übergang vom dritten zum vierten Buche. Doch wollen wir mit dem von uns verehrten Manne nicht hadern. Wir akzeptieren gern seine Behauptung, daß die 14 Bücher des M. T. ein System darstellen und er wird uns nicht gram sein, wenn wir in der Aufstellung des Systems unsere eigenen Wege gehen. Das soll kurz geschehen. Maimuni geht von der Gotteserkenntnis, dem Kardinalpunkte aller Religionen, aus, daher ist das erste Buch מדע. Die Gotteserkenntnis führt auch zur Gottesliebe. Um aber die Gotteserkenntnis und die Gottesliebe uns tief ins Herz einzupflanzen, sind äußere Zeichen nötig, die uns an Gott, an seine weise Vorsehung erinnern sollen. Zu diesem Zwecke sind die verschiedensten Gebote gegeben. Manche dieser Gebote werden täglich ausgeübt, wie ציצית und תפילין, manche nur an bestimmten Zeiten, wie שבת- und -ירט ף »Der Mischneh Thora«, erschienen im XII. Jahresbericht der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien, S. 18. 2) ibid. S. 14,