Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 13)
- Language
- German
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:250 Besprechungen. Verfasser, Maimuni gegen den Vorwurf zu schützen, als ob er mit seinem Codex den Talmud entthronen wollte (253, 258), Der II. Teil, der die Anlage des Mischne Thora behandelt, zerfällt in 4 Unterabteilungen. In Unterabteilung a) gibt der Verfasser eine Charakteristik des Mischne Thora. Als Codex gibt er nur kurze Resultate ohne jede Beweisführung und Quellenangabe wieder (259). Nur bei den nachtalmudischen Autoren, bei den Gaonen, weicht er öfters davon ab (262). Was die Anordnung des Stoffes betrifft, konnte sich Maimuni, da er, wie der Verfasser meint, streng zwischen praktischer und theoretischer Halacha unterscheidet, weder der Mischnaordnung Rabbis noch der Reihenordnung der Gebote in der Bibel anschließen. Er mußte sich daher eine neue selbständige Anordnung schaffen, worin seine Schematisierungsmethode sich glänzend bewährte, »Vor allem war es Maimuni's Streben, das Gleichartige in eine Gruppe zusammenzufassen und sie als selbständiges Glied dem Ganzen einzuordenen« (268), Anstatt der Ordnungen (סדרים) treten die Bücher (ספרים), anstatt der Traktate (מסכתות) die Sektionen (ד/לכות), die wieder, wie die Mischna, in Abschnitte (פרקים) eingeteilt wird. Jeder Abschnitt zerfällt wieder in einzelne Paragraphen, die ebenfalls דילכות genannt werden. Daraus entstanden die 14 Bücher des Mischne Thora mit den 83 Sektionen (269). In Unterabteilung b) behandelt der Verfasser die Disposition der Haupteinteilung des Mischne Thora. Maimuni selbst gibt am Schlüsse der Einleitung zum Mischne Thora Rechenschaft über die Hauptein- Teilung des Buches. Danach gibt es für den Menschen zwei Klassen von Geboten, Gebote gegen Gott und Gebote gegen Mitmenschen. Den ersteren räumt Maimuni in seinem Codex den ersten Platz ein, sie füllen nicht weniger als zehn seiner vierzehn Bücher aus. Die letzteren kommen in den letzten vier Büchern zur Darstellung. Der Verfasser findet aber noch ein anderes Teilungsprinzip, nach dem die ,ganze Materie in Gebote, die auch nach der Zerstörung des Tempels noch Geltung haben und in solche, die nach der Tempelzerstörung nur mehr theoretische Bedeutung besitzen, eingeteilt wird. Danach gibt es eine theoretische und praktische Halacha [275. 267. 249]. Auf die Darstellung der praktischen Halacha kommt es Maimuni in erster Reihe an. »Die Systematisierung der Halacha hingegen, welche keine praktische Anwendung mehr findet und nur theoretisches Interesse bieten kann, stand ihm erst in zweiter Linie« (267), Nach dieser Doppeleinteilung ergibt sich dem Verfasser folgendes Schema: