Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 12)
- Language
- German
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Besprechungen. 249- und durch originelles Gepräge, den Charakter vollster Selbständigkeit« »und wie sehr ihre Autorität gegolten hätj beweisen die Schriften der Chirurgen Mondoville und Guy de Chäuliac, von welchen M.s toxikologische Abhandlung vielfach benutzt worden ist« (239). Weniger Bedeutung legt Pagel den anderen gedruckten Schriften• bei. S. 245. führt der Verfasser noch einige Stellen von Guy de Chauiiac an, wo Maimunis noch ungedruckte Schriften erwähnt werden. Endlich kommt im Nachtrage ein Bericht über die־ zwei Traktate über den Coitus, die zum ersten Male von Rabbiner Dr. H. Kroner herausgegeben worden sind. Pagel schließt »M. ist Galenist — hierin ganz ein Kind seiner Zeit; von irgendwelcher grundsätzlicher Verleugnung Galenischer Autorität ist auch bei M. nicht die Rede; aber im einzelnen macht er ihr wesentliche und, wie wir gesehen haben, nicht unberechtigte Oppositon«, »Diese Kleinarbeit der Kritik gegen den mittelalterlichen Heros ist es vor allem, die M.’s schriftstellerischen Leistungen unter denjenigen der arabischen Medizin eine mehr als gewöhnliche Steilung für alle Zeiten sichert.« Das V. Thema ist »Plan und Anlage des Misohne Thora« behandelt von Dr. Bernhard Ziemlich s. A, Diese Abhandlung zerfällt in drei Teile 248—308, denen ein Nachtrag 308—318 hinzugefügt ist. Im I. Teile 248—259 bespricht der Verfasser die Tendenz des^ Mischne Thora. Im IL Teile 259—304 behandelt er die Anlage des Mischne Thora. Im III. Teile 304—308 wirft er einen Blick auf die Vorarbeiten zum Mischne’-Thora. Endlich folgt der erwähnte Nachtrag. Die Tendenz des Mischne Thora ist, wie Maimuni ausdrücklich hervorhebt, »den Jüngern die Wege zu ebenen . . . damit kein Irrthum bei der halachischen Entscheidung sich einschleiche«. Daher räumt Maimuni in seinem M. T. der praktischen Halacha den ersten Platz ein (249). Dennoch hat Maimuni auch den theoretischen Teil der Halacha nicht, wie seine Vorgänger, vernachlässigt. Dem wissenschädlichen Zuge seines Geistes folgend, hat er auch den auf die Praxis nicht mehr anwendbaren Teil der Halacha zum Gegenstände eines mühevollen Studiums gemacht und in seinen Codex aufgenommen (250). In diesem Codex bemüht sich Maimuni jede Diskussion, die eigentlich die Sache nur verwirrt, auszascheiden (251). Sein Volk soll endlich ein Gesetzbuch haben, das nur wahre Lehren, frei von jedem Streite, enthalten soll. Damit aber in diesem Codex nichts fehle, damit der Jude sich aus ihm Rat hole in jeder Frage, die das religiöse Leben berührt, verbreitet er sich darin auch über Astronomie, Metaphysik, Ethik und Diätetik (252). Gleichzeitig sucht der