Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829827-2829830-2889768--37845-2889895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
248 B e sprechüngen. er Maimönides in Betreff der göttlichen Providenz, wobei er noch״ über Mäimohides hinaüsgeht, die göttliche Providenz auch auf die anderen süblühärischeh Einzeldinge zu beziehen; Auch den für die Religion sehr wichtigen Gedanken, daß die Praescienz Gottes die Willensfreiheit nicht aüfhebt, hat er von Maimönides acceptiert (186—7). Ebenso schließt er sich ihm in beztig auf die Schöpfüngslehre ah, daß weder die Zeitlichkeit noch die Ewigkeit der Welt bewiesen werden können und daß mäh die Gesetze, die in der schon existierenden Welt herrschen, nicht auf die erst werdende anwenden darf. (193) Auch der Gesetzesauslegüng des Mäimohides schließt er sich rückhaltslos an (201). Wohl geht diese Herrschaft des jüdischen Denkers im Reiche der christlichen Theologie im vierzehnten Jahrhundert ganz verloren, kommt aber dann durch Nicolaüs Güsanus und durch die Buxtorfsche Übersetzung des Moreh wieder, wenn auch in kleinerem Maße, zur Geltung, So zeigt uns Guttmann in seiner Arbeit wie die christliche Theologie ihre besten Säfte, nicht nur aus den Schriften des ersten Moses, sondern auch aus denjenigen des zweiten gesogen hat. Einen lesenswerten Aufsatz liefert Pagel betitelt »Mäimuni alsmedizinischer Schriftstelier« S. 231 —46 mit einem Nachtrag S. 246—47. Von Ms. medizinischen Arbeiten sind nur 4 (resp.5) gedruckt. Von diesen hebt Pagel zwei hervor, die rein pathologisch-therapeutische Th emata behandeln, nämlich die »Aphorismen« hebräisch ,פרקי משד genannt und die Schrift »Über die Gifte . . .« Die »Aphorismen«, die Maimuni nach seiner eigenen Angabe nach Galen gearbeitet, sind keine bloße Compilation, dazu findet sich in ihnen viel zu viel eigenes Gut von Maimuni. »Es sind das nicht nur die unter etwa 1500 Aphorismen eingeschalteten 42, mit der stereotypen Wendung »ait Möyses« beginnenden längeren Zusätze und Erklärungen, sondern vor allem eine den ganzen, höchst umfangreichen letzten Abschnitt des Werkes umfassende, ebenso scharfe als glänzende Kritik des Galen, dem an mehr als 40 Stellen ganz auffallende und geradezu überraschende Widersprüche nachgewiesen werden . . .« (233—34). Auch versteht es Maimuni in seiner bekannten bündigen Kürze, das, was Galen gesagt, mit »genauen Quellennachweisen in ehrlicher, verständiger Kritik aus der wortreichen Umkleidung« herauszulösen. Die Aphorismen zerfallen in 25 Kapitel. Von 24 gibt Pagel eine kurze Inhaltsangabe an, während er auf das 25. Kapitel, wo Maimuni eine glänzende Kritik Galens bietet, näher ein geht. (235—38.) Zeigt sich schon äti den Aphorismen, daß M. kein blinder Nachbeter Galens gewesen ist, so tritt das noch mehr in der zweiten Schrift »Über die Gifte . . die Pagel (240—41) analysiert, zu Tage. Sie »trägt durch