Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 10)
- Language
- German
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Besprechungen. 247 solchen zusammenhängend« (127) beruht auf einem Irrtume. Die Stelle im Mischnah-Kommentar zum Abschnitte Chelek lautet »ותחיית המתים הוא יסוד מיסודי משה ובינו עיד, ואין דת ולא דבקיתבדת יהודית למי" שלא יאמין זדד. Zu deutsch : »Die Auferstehung ist einer der mosaischen Grundsätze und wer daran nicht glaubt, der steht außerhalb der jüdischen Religion und hat gar keinen Zusammenhang mehr mit ihr«. Das sagt doch das gerade Gegenteil von dem, was Cohen anführt, Cohen bezieht merkwürdigerweise die Worte ״ואין דת .♦ ♦״ auf die Auferstehung, während sie tatsächlich auf ״למי שלא יאמין בזה״ sich beziehen. Trotz alledem bleibt Cohens Arbeit eine kostbare Bereicherung der jüdischen Literatur. Denn Cohen hat uns hier manches Juwel der jüdischen Ethik aufgedeckt und gezeigt, mit dem das Judentum sich sehen lassen kann. Einen wertvollen Beitrag liefert Dr. Guttmann betitelt »Der Einfluss der snaimontdisohen Philosophie auf das christnohe Abendland« S. 135—230. Guttmann, bekannt durch seine Arbeiten auf dem Gebiete der Scholastik, weist auf den großen Einfluß hin, den der Führer Maimunis auf die christlichen Theologen des Mittelalters, speziell des dreizehnten Jahrhunderts, ausgeübt hat. Bald nach seinem Erscheinen, wird der Moreh von Wilhelm von Auvergne und Alexander von Males benützt. In viel größerem Umfange wird er von Albertus Magnus ausgebeutet. Vornehmlich sind es diejenigen Punkte, in denen der offenbarungsgläubige Theologe mit den Lehren des Aristoteles in Konflikt zu geraten droht, bei welchen der Einfluß Maimunis auf ihn sich geltend macht. In noch viel umfassenderer Weise tritt uns der Einfluß Maimunis auf Alberts großen Schüler, Thomas von Aquino, entgegen. Und zwar gewinnt bei ihm der Einfluß Maimunis eine ganz andere Bedeutung als bei Albert, der mehr Compiiator als Systematiker ist. »Als der Schöpfer eines einheitlichen und geschlossenen Lehrgebäudes der christlichen Theologie, hat Thomas von Aquino die dem jüdischen Denker entlehnten Lehren nicht nur äußerlich aufgenommen, sondern innerlich verarbeitet und sie seinem System als wesentlichen Bestandteil eingefügt« (176). Wir wollen von den vielen Punkten, welche Guttmann anführt, einige der wichtigsten hervorheben. In betreff der Lehre von Gott entlehnt er von Maimonides »daß das göttliche Sein mit dem Wesen Gottes oder mit seiner Natur identisch ist« (180). Ebenso stimmt er mit ihm überein in betreff des göttliehen Wissens von den Einzeldingen (184—5). Nicht minder folgt