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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 246

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 246 (sequence 9)
Language
German
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246 Besprechungen. Propheten. »Seine Ethik ist die der messianischen Gotteserkenntnis, welche in der allgemeinen Menschenliebe alle Einseitigkeiten des Intellektualismus von sich abstößt; Erkenntnis und Willen vereinigt; die Gotteserkenntnis als Gottesliebe versittlicht; in dem Gottesdienst der Liebe aber die Sittlichkeit der Menschenliebe befestigt; und in der Liebe zum messianischen Selbst die Einheit des Meschengeschlechtes begründet« (134). Das sind In knappen Zügen die Grundgedanken der Cohenschen Arbeit. Trotz aller Verehrung für den Meister können wir ihm nicht in allen Punkten beistimmen. Gewiß ist der Gott des Aristoteles mit dem Gotte Israels nicht zu identifizieren. Aber eben das ist das Charakteristische bei Maimonides, daß er das nicht einsieht, daß sein Gott der Barmherzigkeit und der Gnad.e sich als höchstes Ziel der menschlichen Erkenntnis in einen Gott der Sphärenbewegung verwandelt. Dafür sprechen zahlreiche Stellen im Moreh. Am schlagendsten aber beweist das jene Stelle in Jesode ha-Thorah IV, 13, wo Maimonides die Wissenschaft vom Erlaubten und Unerlaubten, worin selbstverständlich auch die Ethik inbegriffen ist, als etwas Untergeordnetes betrachtet jener gegenüber, die vom Throne Gottes und seiner Schöpfung handelt. Diese Stelle, die Maimonides manchen scharfen Tadel zugezogen1) hat, sagt klipp und klar, daß nicht der Gott der Ethik, sondern der der Metaphysik das höchste Ziel der menschliehen Erkenntnis bildet. Ebenso sagt Maimonides, daß die Erkenntnis der Wege Gottes, sich nicht auf die sittlichen Handlungen allein zu beschränken, sondern auf den Zusammenhang der ganzen Schöpfung (הל טובי) zu erstrecken hat. (Moreh I, 34). Selbst aus der Steile im Moreh III, 54, aus der Scheyer mit Recht folgert, daß die Ethik bei Maimonides eine viel wichtigere Rolle spielt als bei Aristoteles, folgt doch wieder andererseits, daß nur die metaphysische Erkenntnis Gottes das höchste Ziel des Menschen bildet und die Erkenntnis der Wege Gottes, daß er Gnade übt usw., die allerdings unentbehrliche, aber doch nur zweite Stufe einnimmt. Gewiß verwirft Maimonides die Eudämonie, daraus folgt aber nur, daß er konsequenter ist als Aristoteles. Denn die Wahrheit muß ihrer selbst wegen, nicht des Glückes wegen, das sie bringt, erforscht werden. Wie aber eine metaphysische Erkenntnis Gottes, trotz der Verwerfung der positiven Attribute, möglich ist, das hat Maimonides im Moreh I, 59 ausführlich dargetan. Was endlich Cohen in Bezug auf die Auferstehung im Namen des Maimonides wörtlich sagt »sie ist ein Grundstein (יסוד), aber kein Glaubenssatz (דת), noch mit einem ג) Vergl. ,כסף משנד an Ort und Stelle.

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