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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 242

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 242 (sequence 5)
Language
German
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242 Besprechungen. steht im Denken, indem er sich selbst denkt, das Wesen des Maimunischen Gottes hingegen im Handeln, indem er die Welt leitet in Barmherzigkeit und Gnade (118). Der Gott des Aristoteles ist der Gott der Metaphysik, der des Maimuni der der Ethik. Und nun soll diese Ethik nur Sache der Meinung ohne jeden Erkenntniswert sein? Aber noch mehr. Bekanntlich ist ja nach Mamuni das höchste Ziel des Menschen die Erkenntnis. Gegenstand der höchsten Erkenntnis ist Gott. Nun verwirft aber Maimuni alle positiven Attribute. Worin soll nun die Erkenntnis Gottes bestehen? Doch mir in der Erkenntnis seiner Handlungen als Handlungen der Sittlichkeit. So wird die Erkenntnis Gottes zur Erkenntnis der Sittlichkeit (89—90). Übrigens geht ja nach Maimuni die ganze Religion in Er״ kenntnis auf, so daß der Erkeantniswert der Ethik, die bei ihm einen Teil der Religion bildet, gesichert erscheint. Er unterschätzt daher die Gefahr, welche in der Herabsetzung der Ethik bei Aristoteles gelegen ist, da die Ethik bei ihm sich eines ganz anderen Schutzes zu erfreuen hatte, nämlich des der Religion »wenn nur die Erkennt» nis als das Ideal des Geistes auch für die Religion zum innerstenLebensprinzip gemacht werden kann, so ist die Ethik in der Religion als Erkenntnis gerettet« (87). Aus all diesem geht mit Sicherheit hervor, daß Maimuni, als er die Gesetze der Ethik als allgemein anerkannte (מפרסמות) bezeichnete, diesen Ausdruck nicht so streng nahm (84). Was nun den Kampf gegen die posiüyen Attribute betrifft, so erfolgt er auch aus derselben Ursache, nämlich aus dem Bestreben, Gott als den Gott der Ethik und der Sittlichkeit aufzufassen. »Nicht scholastische Subtilität, noch auch nur das theologische Interesse für Reinhaltung der Einheit Gottes, waren die Motive bei seinem Kampfe gegen die positiven Attribute, sondern vornehmlich und unmittelbar der klare Rationalismus seiner Ethik« (92). Nur so ist es begreiflich, wie er, bei dem die Erkenntnis Gottes die Grundlage seines ganzen Systems bildet, die positiven Attribute, die doch allein die Erkenntnis ermöglichen, verwerfen kann. Der Fehler der positiven Attribute he« steht darin, daß sie sehr leicht zu Privationen führen, »Gott muß doch Erkenntnis, also Vernunft, also Seele haben; also auch Leben. So wird er vergleichbar mit dem Lebewesen überhaupt und zum mindesten mit dem Menschen, der die Seele der Vernunft hat. Also könnte er auch Willen haben und alsdann auch Leidenschaft oder wenigstens Affekt« (96). Das kann und darf von Gott, der die Quelle der Sittlichkeit ist, nicht ausgesagt werden. Daher griff er zu den negativen Attributen, um die Privationen zu vermeiden. Andererseits sind die negativen Attribute als unendliche Urteile keine reinen Verneinungen, sondern nur eine andere Form der Beja*

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