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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 238 (sequence 3)
Language
German
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238 Besprechungen. sie nicht als Musterpredigten schlechthin bezeichnet werden. Zwar wird die natürliche Schwerverdaulichkeit eines so gearteten Nahrungsstoffes für den Intellekt ebenso natürlich gemildert durch die Ingredienzien von immer neuen entzückenden geistvollen Exegesen, farbenreichen Schilderungen und ausdrucksvollen Bildern, durch eine stets lichtvolle Disposition und krystallene Logik der Beweisführung, wie durch einen haarscharf bezeichnenden Stil und eine wie Musik tonende Sprache. Dennoch scheint *es uns, daß die Predigten zu viel Ansprüche an den Verstand erheben und demgegenüber das Gemüt zu leer ausgehen lassen; und obwohl einige tief ins Herz greifende Gebete zum Neujahrs- und Versöhnungsfeste von dem Vermögen des Verlassers, seine Zuhörer bis in die Seele hinein zu erschüttern, Zeugnis ablegen, scheinen uns die Predigten selbst zum großen Teile doch. mehr auf Probleme hin zugespitzt und daher mehr für den Intellekt, als für das Gemüt ersprießlich zu sein. Aus Mangel an Raum müssen wir uns zum Schlüsse mit der Bemerkung begnügen, daß die Predigten Perls’, von kundiger Hand übersetzt, selbst der reichen jüdisch-homiletischen Literatur in deutscher Sprache zur Ziel de gereichen würden. Kolozsvär (Klausenburg). Math. Eisler. Möses ben Maimen. Sein Leben, seine Werke und sein Einfluß. Zur Erinnerung an den siebenhundertsten Todestag des Maimonides herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Band I. Zweck dieses Buches ist, uns ein Gesamtbild vom Leben und Wirken des Mannes zu geben, der, eine Sonne am Himmel des Judentums, heute noch die Geister erleuchtet und die Herzen erwärmt. Davon ist der erste uns vorliegende Band erschienen, in dem 12 Themen behandelt werden. Die erste Arbeit »Charakteristik und Inhaltsangabe des Moreh Nebuchim« von Dr. Philipp Bloch, von S. 1—62 des vorliegenden Bandes, gibt in populärer und leichtfaßlicher Sprache die Kerngedanken des Moreh wieder. Durch seine klare Diktion hat es der Verfasser jedem gebildeten Laien ermöglicht, sich mit dem Inhalte des in vieler Beziehung noch heute unentbehrlichen Führers bekannt zu machen. Zu Seite 14 ist zu bemerken, daß es dem Zwecke des 1. Teiles des Moreh, — nämlich dem Publikum, der großen Masse, den Aniropomorphismus abzugewöhnen (I, 35) — den auch der Verfasser anführt, am besten entspricht, ohne jede weitläufige wissenschaftliche Auseinandersetzung sofort mit der Erklärung der irreleitenden Aus-

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