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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
Date
1910-01-01
Page
Seite 216 (sequence 11)
Language
German
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216 Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von Ludwig von Hohenlohe. Der von den Juden hierbei auf״ gebrachte Betrag belief sich, wie an anderer Stelle bereits nachgewiesen ist1), entsprechend ihrer Jahressteuer von 200 Pfd. H. auf 2000 Pfd. Heller. Für diese außerordentliche Leistung befreite Ludwig d. B. die Juden, wie die Bürger, auf 7 Jahre »von* aller stiwer und bet« mit dem ausdrücklichen Zusatz, daß während genannter Zeit weder er noch seine Nachfolger »dheinerley stiwr oder bet an si vordem oder mueten suellen«2). Die außerordentliche Abgabe überragte also die Summe der sieben Jahressteuern immer noch um 600 Pfd.. Heller. Wenn dieser Umstand auch beweist, daß Ludwig d. B. bei dem Gnadenakt seinen Vorteil nicht aus dem Auge ließ, so war es dennoch für die Rothenburger Juden ein wertvoller Gewinn, sich für die nächsten sieben Jahre, von jeder Steuerbelästigung frei zu wissen. Kaiser Ludwig machte ihnen aber, wie den Bürgern, noch ein weiteres,״ freilich nur für seine Person verbindliches Zugeständnis : er versprach nämlich, sie nie mehr zu verpfänden3). Hierdurch erlangten Bürger und Juden von Rothenburg die Gewißheit, daß sie zu Ludwigs d. B. Lebzeiten nicht wieder in die Lage kommen würden, die Kosten der eigenen Einlösung zu tragen4). Allein dies waren Zugeständnisse weit- 0 Siehe Jahrgang 53 S. 704f. Anm. 9. 2) Weller, Hohenlohesches U.-B. II nr. 473: Urk. Ludw. d. B.״ d. d. 1335 Juni 9. — Hier seien noch einige Stellen mitgeteilt, wo als Belohnung für eine zu leistende oder bereits geleistete Extraabgabe eine vollständige Steuerbefreiung auf eine bestimmte Zeit ausgesprochen wird: Rübel, Dortmunder U.-B. I nr. 155: Urk. Rud. d. d. 1279 Juni 20; Anhang III nr. 2: Urk. Friedr. d. Sch. d. d. 1317 Febr. 3^ Bode, Goslarer U.-B. IV [= Geschichtsquellen d. Prov. Sachsen Bd. 32] nr. 17: Urk. Ludw. d. B. d. d. 1336 Okt. 16; Böhmer, Cod. diph Moenofr. S. 609: Urk. Ludw. d. B. d. d. 1347 Aug. 12. s) Weller a. a& O. 4) Derartigen Versprechen begegnen wir an folgenden Stellen: Winkelmann, Acta imp. ined. II nr. 458: Urk. Ludw. d. B. d. d. 1315* März 4; Schöpflin, Alsatia dipl. II, 112: Urk. Friedr. d. Sch. d. d. 1315 März 17; Oefele, Rer. Boic. script. I, 775: Urk. Ludw. d. B. cL

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