Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 195

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 195 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829830-2889764--37790-2889845
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 195 es wohl auch den Titel כתאב אלשער אלעבדאני führte1). In dieser Hinsicht ist der Verlust des größten Teiles des Werkes von literarhistorischem Standpunkte aus ein großer Verlust, wenn wir auch andrerseits Saadja als Poeten selbst mehr mit theoretischen Kenntnissen als mit der Weihe des echten Dichters begabt betrachten müssen. Denn seine Dichtungen müssen nach dem Urteil eines nicht viel später lebenden Darstellers, von ziemlich gekünstelter und schwieriger Form gewesen sein2), worunter natürlich auch das Verständnis des Inhalts leiden mußte3). Fassen wir aber das in dem אגרון gebotene zusammen, so muß man staunen, wie der junge Gelehrte, ohne eine nennenswerte Vorarbeit, wenn es überhaupt eine solche gegeben hat, an ein derartigesUnternehmen gehen konnte, das auch zugleich für die Geschichte der grammatisch-lexikalischen Studien bahnbrechend geworden ist und weit über den Rahmen dessen hinausgeht, was einige Jahrzehnte vorher der pumbaditanische Gaon Zemach ben Paltoj für die talmudische Lexicographie unternommen hatte. Vielleicht ist betreff dieser Disziplin für Saadja sein Lehrer Abu Kathlr von einigem Einfluß gewesen, der aus Tiberias stammte und dort, wo das massoretische Studium zu jener Zeit unter den Nachkommen des R. Ascher des Alten sich seinem Höhepunkt näherte, Anregungen hierzu mitbrachte und seinem Schüler Meister übermittelte. Dieser aber hat bei weitem das vom letzten Vertreter der Massoretenschule Geleistete überboten, und, sich nicht mit trockenem Material von Regeln begnügend, mit seinem schaffensfreudigen Eifer eine lebensvollere Ge- Mebaßer er darin eine persönliche Bekanntschaft mit dem Pijutdlchter Nißi aLNaharwäni, der ihm seine Verse vorgelegt hatte, zeigt; vgl. Studien u. Mitteil. a. a. O. S. 70, Z. 7—8. ג) Vgl. Steinschneider a. a. O. 2) Vgl. hierüber Schechter, Saadyana S. 136, Z. 12 fgg. und Bacher in JQR XIV. 3) Vgl. Elbogen, Studien zur Gesch. d. jüd. Gottesdienstes, S. 82—84. 13*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.