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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 194

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 194 (sequence 6)
Language
German
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194 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. wollte, damit dieses, dessen zersprengte Teile in den verschiedenen Ländern deren Sprachen angenommen haben1), nur derjenigen, in der die heiligen Urkunden abgefaßt sind, sich bediene »beim Aus- und Eingehen, bei jeder Beschäftigung, im innigsten Familienkreise, zumal mit den Kindern2); alle Geisteserzeugnisse in fremden Zungen, sollten sie in ihre Sprache übertragen«3). Diese so bedeutungsvolle Schrift, deren hebräische Bezeichnung offenkundig dem Arabischen nachgebildet ist4), diente neben dem Zwecke, die tief gesunkene Kenntnis des Hebräischen wieder zu heben und der Verwilderung in der Anwendung von Worten zu steuern5), auch dazu, Anleitung zur Verfertigung von Versen, zumal für religiöse Poesieen, zu geben. So entstand denn das Doppelwörterbuch des אגרון, das Saadja in späteren Jahren in einer zweiten Rezension erscheinen ließ, und das als Grundlage für spätere sprachwissenschaftliche Werke noch bis ins zwölfte Jahrhundert sich hohes Ansehens erfreute. Hatte der Veifasser zuerst nur durch die nach den Anfangs- und Endbuchstaben geordneten Wortklassen ein Hilfsmittel für die äußere Form der Gedichte gegeben, so sollte die, einige Jahre nachher folgende zweite Rezension6) mehr Material für die Darstellung des Inhaltes der Poesieen, derSeelederGedichte, bieten, weswegen x) Vgl die ursprüngliche hehr. Vorrede in Stud. u. Mitteil, a, a. O. S. 54, Z. 10—12. Es ist merkwürdig, daß Saadja dort der arabisch sprechenden Juden keine vorwuifsvolle Erwähnung tut^ hingegen bemerkt, daß: ומצרים הגו חנסית, obwohl andrerseits nicht bekannt ist, daß Juden in Ägypten einer anderen als der arab. Sprache sich bedienten. 2) Vgl. ebendort S. 56 Z. 1-3. 3) Vgi. ebendort Z. 9—10. 4) Die Wahl des Wortes אגרון erinnert lebhaft an das bei arab. Lexicographen gebräuchliche 5) Vgl. die spätere arab. Vorrede, ebendort S. 44, Z. 7 fgg. e) Diese wird wohl erst nach Saadja’s Aufenthalt in Babylonien verfasst worden sein, da nach einer Mitteilung seines Kritikers

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