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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 193 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 193 damals schon zu hoher Blüte gelangten Wissenschaft der Araber erhalten haben, vielleicht auch die Anregung 'zu energischer Verteidigung seines Glaubens und dessen geistiger Schätze. Von Saaäjäs Vater Joseph wissen wir durchaus nichts Näheres. Jedenfalls muß es ein ziemlich größer Wissensstoff ge- Wesen sein, den der junge Gelehrte schon in der Heimat aufgenommen hatte, und den ihm sein scharfer Geist und seine Anlage zu ordnungsmäßiger Durchdringung in wirkungsvollerer Weise nutzbar zu machen gestattete, zum Schutz und Trutz für die Überlieferung, als es den Oberhäuptern der babylonischen Hochschulen gegeben war. Mit solchen Gaben ausgerüstet, betrat nun der zwanzigjährige Saadja den Schauplatz der wissenschaftlichen Tätigkeit. Zunächst allerdings war es das Gebiet der synagogaien Poesie, worin Ägypten unter dem Einfluß Palästinas stand, und des hierdurch bedingten Studiums der hebräischen Sprache, dem der junge Saadja seine Aufmerksamkeit zuwandte, und zu deren Förderung er im Älter von einundzwanzig Jahren seinen Agron oder Iggarön verfaßte. Dieses leider nur teilweise in Trümmern vorhandene, teilweise aus Anführungen bekannte Werk1), offenbart uns vor Allem Saadjas innige Liebe zur hebräischen Spräche, deren Reichhaltigkeit und Mannichfaltigkeit er auch dem Arabischen gegenüber gelegentlich hervorhob2), und die er in ihrer Reinheit gewahrt, und wieder lebendig im jüdischen Volke erhalten wissen Z. 3—4 וקד יפגל-תפסירד, כתיר מנד,ם bezieht sich offenbar auf seinen Schüler Saadja. *) Über das Werk selbst vgl. zuletzt Steinschneider, Arab. Liter, d. Juden S. 61. Außer dem von Harkavy in Studien u. Mitteil. V., S. 40—57 veröffentlichten Stück, und den von ihm gegebenen Nach- Weisungen aus Schriften anderer, S. 68 fgg., verdanken wir diesem noch einige Mitteilungen in Horodeckis Hagoren, Bd. VI (Berdyczew 1906) S. 26-30. 2) Vgl. das von Harkavy in Hagoren II (Berdyczew 1900) S. Ö5—86 veröffentlichte Fragment aus Säadja’s Commentar zum Exodus. Monatsschrift, 54. Jahrgang, 13

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