Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ketubbah bei den Samaritanern. 179 Texten, die auf Papier geschrieben sind, also, wo über großen Raum verfügt wird, vermieden. Dagegen sind (in׳ der Pergamenthandschrift), unzweifelhaft wegen Mangel an Raum, die zahlreichen Titulaturen, wovon weiter die Rede sein wird, fast alle abgekürzt geschrieben, ln cod. 868 finden sich auch 2 arabische Glossen. Eine davon als Erklärung des Wortes ירא, daß es »sehen« bedeute, und die zweite ist wahrscheinlich der arabische Name der Braut. In cod. 870 ist eine lange arabische Erklärung am Rande hinzugeschrieben, die sich auf die Umrechnung der im Text erwähnten Summe bezieht. Das Gedicht an der Spitze des Textes besteht aus vierzeiligen Strophen, die mit demselben Reime endigen, während die ersten 3 Zeilen untereinander selbständig reimen (a, a, b). Die Zahl der Strophen schwankt zwischen 6 (cod. 859), 9 (cod. 871), 11 (cod. 870), 12 (cod. 869) und 13 (cod. 868). Cod. 870 ist ein Dreizeiler. So weit über die äußere Form, die, wie zu sehen ist, vollständige Paralleien findet in den jüdischen Ketubboth, besonders in denjenigen des Orients, wo sich noch die alten Traditionen in besserer Form erhalten haben als in Europa. Ich gebe nachher im Anhänge Abschriften von solchen Ketubboth, die sich in meiner Bibliothek finden, ln einigen Mss. legalen Inhaltes sind in manchen Fällen die poetischen und künstlerischen Ausschmückungen ausgelassen worden, denn dort handelte es sich doch nur um die legale Form. In den wirklichen Ketubboth aber wurde den Künstlern freies Spiel gelassen. Dies sieht man am besten in den italienischen Ketubboth. Aber auch im Orient, genau wie bei den Samaritanern finden sich Ketubboth mit Verzierungen ausgeschmückt und mit J3ibelversen und Gedichten eingeleitet Im Folgenden lasse ich den Text der Ketubboth folgen, die ich mit hebräischen Buchstaben hier abdrucke und auf welche ich eine genau, wortgetreue Übersetzung folgen lasse. Von cod, 871 gebe ich außerdem noch die Transscription nach der Aussprache des Priesters Izhak ben Amram. Ich 12*