Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Die Ketubbah bei den Samaritanern. nicht direkt von oben an, denn an der Spitze steht eine einleitende Formel, dann folgt nach einem gewissen Zwischenraum ein mehrzeiliges Gedicht. Der Text selbst ist in regelmäßigen Zeilen geschrieben, und in einer der Ketubboth (cod. 869) ist der Text auf roten Linien geschrieben. Ich gebe nun das genauere Maß an: cod. 868, Papier, 63 X 43 cm., Schrift 30 X 32, 49 Zeilen; cod. 869, Papier, 61X46 cm., Schrift 32X38, 42 Zeilen; cod. 870, Pergament, 34X27 cm., Schrift 24 X 20, Zeilenzahl 46. Von diesen ist eine (cod. 869) mit schön ausgeführten Verzierungen versehen, die oben die Form von 3 sich ineinander schlingenden Kreisen innerhalb eines Segmentes haben und darunter der Text in einem verzierten Rahmen. Innerhalb der oberen Kreise am Rande sind biblische Verse eingetragen. Eine andere Art Verzierung, die sich auch zuweilen in samaritanischen Bibelhandschriften findet, bietet cod. 868, indem in der Mitte des Textes ein kreisförmiger Raum gelassen ist, in welchem zwar der fortlaufende Text, aber die denselben bildenden Zeilen mit roter Tinte geschrieben sind. Alle Texte sind mit großer Sorgfalt geschrieben. Cod. 868, der von dem jetzigen Hohenpriester geschrieben wurde, hat eine sorgfältige Interpunktion und an einigen Stellen sind auch Vokale hinzugefügt. Die Schrift ist, wenn ich das so nennen darf, Unzialschrift; dagegen unterschreiben die Zeugen besonders in der modernen Ketubbah in cursiver Schrift, von den Samaritanern »halbe Buchstaben« genannt. Jede Ketubbah enthält die Unterschrift von mindestens einem Zeugen, gewohnlich dem Cahen, über dessen Rolle bei der Verlobung (Vermählung) ich weiterhin sprechen werde. Die älteste Ketubbah (cod. 870) hat die Unterschrift von mindestens 6 Zeugen. Das Prinzip der Symmetrie im Schreiben, so charakteristisch für die Bibelhandschriften, ist auch hier in cod. 870 befolgt, so daß die Buchstaben, die störend wirken würden, außerhalb des Textes am Rande geschrieben sind. Abkürzungen werden, soweit ich sehen kann, in den