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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Die Ketubbah bei den Samaritanern
Date
1910-01-01
Page
Seite 176 (sequence 3)
Language
German
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476 Die Ketubbah bei den Samaritanern. .zurückreichen. Dokumente aus jener Zeit existieren nicht, und das Alter muß selbst erst aus dem Inhalte erschlossen werden. Nun ist aber anzunehmen, daß, wenn sich bei den :Samaritanern Sitten und Gebräuche erhalten haben, die den jüdischen entsprechen, sie nicht von den Juden entlehnt sind. Einer solchen Annahme entspricht die Tendenz und die *Geschichte der Samaritaner, die prinzipiell eine oppositioneile Stellung gegen das nachbiblische Judentum angenommen haben. In solchen Fällen ist man wohl eher berechtigt, vorauszusetzen, daß es altes Gut ist, das bei Juden und Samaritanern auf eine gemeinsame Quelle zurückgeht: die im Volke lebende Tradition. Durch einen glücklichen Zufall bin ich seit mehreren Jahren in persönlichen Verkehr mit den Samaritanern ge- ״treten. Einer ihrer besten Gelehrten, der Priester Izhak, der Sohn des vorigen Hohepriesters Amram, hat längere Zeit in London geweilt, und ich habe die Gelegenheit benützt, um mich über die Samaritaner unterrichten zu lassen. Ich habe seitdem eine ziemliche Anzahl interessanter und ־wertvoller Mss. erworben, die mir viele Überraschungen bereitet haben. Außerdem hat der Priester mit Hilfe anderer Gelehrter ein Werk für mich verfaßt in hebräisch-samaritanischer Schrift und Sprache, in welchem unter anderem die Unterschiede zwischen Juden und Samaritanern behandelt werden, Das Werk ist zwar dem des Munadscha ähnlieh, aber doch davon ziemlich verschieden. Ebenso verhält es sich zu dem arabisch-samaritanischen »Tilrnut«, »Al-Kafi« welches eine Art Sepher ha-Mizwoth ist. Von diesen beiden letzteren Schriften besitze ich auch Abschriften. Als ich eines Tages eine Trauung zu vollziehen hatte, mußte ich den Besuch des Priesters abbrechen, und ich erzählte ihm den Grund. Am nächsten Tage kam dann die Rede auf die Trauung, und da erfuhr ich zum ersten Male, -daß die Samaritaner auch eine Ketubbah kennen, die bei

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