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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 175

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Die Ketubbah bei den Samaritanern
Date
1910-01-01
Page
Seite 175 (sequence 2)
Language
German
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175 Die Ketubbah bei den Samaritanern. an Engel, an Wunder, an Unsterblichkeit, an Auferstehung, an Strafe und Lohn usw.? Ich berühre hier auch die Frage der Liturgie und ihr Verhältnis zum Ursprünge der jüdischen Liturgie nicht nur im Inhalte sondern auch in der Form des Gottesdienstes, die Zeremonien, die den Gottesdienst begleiten, die Art des Vorlesens der Thora und so manche interessante Punkte, wo die Tradition im rabbinischen Judentum einsetzt und im Schriftworte selbst keine direkte Vorschrift zu finden ist. Dazu kommt noch, daß man z. B. über den Charakter der samaritanischen Literaiur und Tradition noch vollkommen im Unklaren ist. Sind sie altes ererbtes Gut, oder sind sie das Resultat späterer Einflüsse? Ein Urteil darüber abzugeben ist außerordentlich schwer, weil weder die Literatur ihrem ganzen Umfange nach bekannt, noch nach dieser Richtung hin bisher untersucht worden ist. Es wird vielleicht für eine längere Zeit eine offene Frage bleiben müssen. Wenn ich aber darauf gestützt, was ich bisher von den Samaritanern gelesen, gesehen und von ihnen selbst durch längeren persönlichen Umgang oder durch Correspondenz erfahren habe, ein Urteil abgeben darf, so scheint sie in alter Zeit schon zu einem Abschlüsse gekommen zu sein und sich in versteinerter Form erhalten zu haben. Sie schreiben heute die Texte genau so wie vor 500 Jahren. Eine moderne Abschrift schließt sich häufig Zeile für Zeile, Wort für Wort alten Originalen an. Sie schaffen eben nichts Neues und haben das Alte in seiner ganzen Starrheit bewahrt. Ich habe Handschriften miteinander verglichen, die durch Jahr-r hunderte von einander getrennt sind, und sie unterscheiden sich nur in dem Materiale, auf welchem sie geschrieben sind (Pergament und Papier), und in der etwas modifizierten Form der Buchstaben. In allem übrigen ist die eine ein getreuer Abklatsch der andern. Dies ist selbstverständlich noch kein־ Beweis für das Alter des Inhalts insbesondere, wenn es sich um Fragen handelt, die in die ersten Jahrhunderte

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