Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 29)
- Language
- German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 157 als Folge der Auslaugung eingestürzter Salzgebirge hingestellt. * Wir möchten zum Schluß unsere von der Gressmannsehen wesentlich abweichende Auffassung vom Werte einer Palästinareise darlegen. Wir sprechen hier nicht von dem Publikum, das dem Lande wieder »leise schaudernd den Rücken wendet«, weil ihm die fremde Welt fremd und rätselhaft, unverständlich und unverstehbar ist; sprechen auch nicht von jenen, die nur überall Schmutz und Aberglauben, Lärm und Gezänk, Geschmacklosigkeit und Unkultur sehen. Auch nicht von jenen höher stehenden Reisenden, die mit zu hoch gespannten Erwartungen ins Land kommen und enttäuscht heimkehren, bei denen also der Mißerfolg der Reise zum guten Teil auf mangelhaften Vorkenntnissen beruht. Sondern wir sprechen von jener Ober- Schicht von Reisenden, die einige Kenntnisse vom Lande und seinen Bewohnern haben und den ernsten Versuch machen׳ in das Wesen des Landes und seiner Bewohner einzudringen. Von diesen meint Gressmann, daß das Beste, was sie heimbrächten, die Erinnerung an einen Gefühlserguß, eine gehobene Stimmung sei, ohne daß sie eine innere Bereicherung erfahren hätten. Die Kenntnis des Landes könne uns kein tieferes Verständnis einer großen Persönlichkeit erschließen, höchstens das äußere Drum und Dran konkreter gestalten. Auch zum Verständnis der Eigenart Jesu könne Palästina wohl wenig beitragen. Zunächst möchte ich flüchtig darauf hinweisen, daß heute bereits hunderte und tausende von Reisenden das Land besuchen, die nicht allein die Antike, sondern auch — oft sogar in besonders hervorragendem Maße — die Moderne Palästinas interessiert, die sich über das wiedererwachende wirtschaftliche und kulturelle Leben, über Fragen der Kolonisation und dergleichen zu orientieren •wünschen. Wer eine innere Bereicherung seines Verständ-