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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 155 (sequence 27)
Language
German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 155 Nachdem wir längst über den Rahmen einer Rezension hinausgegangen sind, wollen wir diese Gelegenheit benutzen, um, anknüpfend an die von Gressmann aufgerollten klimatischen und, terrestrischen Bilder von reiigionsgeschichtlicher und — philosophischer Bedeutung, das Mißverständliche einer gewissen, häufig wiederkehrenden Auffassüng darzulegen. Es entsteht häufig zwischen derarti- :gen wissenschaftlichen Büchern und deren konservativ und positiv gerichteten Lesern a priori eine überflüssige Spannung, die einen Gegensatz zwischen Religion und Wissenschaft an einer Stelle schafft, wo ein solcher garnicht vorhanden ist. Wir meinen die instinktive Ablehnung einer naturwissenschaftlichen Deutung von in der Bibel geschilderten Ereignissen, deren Sendung mit ausdrück־ lieber Zweckbestimmung (Strafe, Offenbarung u. s. w.) erfolgt — und zwar eine Ablehnung selbst da, wo die Schilderung jeden Zweifel an der Natur des Ereignisses ausschließt. Dadurch wird ein Gegensatz zwischen Natur- Wissenschaft und Religion geschaffen, der hier, objektiv gesprochen, sinn- und gegenstandslos ist. Wenn z. B. die mannichfachen Einzelheiten bei der Erscheinung am Sinai :auch offenbar vulkanischen Charakter tragen, so lehnt sich a priori der Gläubige gegen diese Deutung auf. Gegen die Auffassung der zuckenden Feuer als »Blitze« hat er nichts einzuwenden, weil der Ausdruck »Blitz« zufällig in der;Schrift selbst zu finden und diese Übersetzung üblich ist. Aber wenn das Feuer ein wirklicher Blitz war, warum waren nicht auch die anderen Erscheinungen wirkliche Naturerscheinungen, von denen eine ähnlich, wie der Blitz, z. B. als die Detonation aufzufassen ist? Charakteristischer ist vielleicht ein anderes Beispiel. Daß es sich bei Sedom und Amorah tatsächlich um ein tektonisches Erdbeben handelte, läßt sich nicht bestreiten, da nicht nur alle charakteristischen Merkmale der Katastrophe aufgezählt -werden, sondern wir auch an den sichtbaren geologischen

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