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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 150

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 150 (sequence 22)
Language
German
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150 Palästinas Erdgerüch in der israelitischen Religion. schädlich; darin liegt eben der fundamentale Unterschied zwischen dem hier geschilderten Erdbeben oder vulkanisehen Ausbruch und den an jenen Prophetenstellen geschilderten Ereignissen. Da es sich dort um einen Strafakt handelt, wird als Folge die Vernichtung der Lebewesen ge- -schildert. Hier ist von irgend weichen verheerenden Folgen der Erscheinung nicht die Rede. Kein Lebewesen geht dabei zu Grunde, außer dem Feinde des Volkes Israel. Die Erscheinung ist eben nicht ein Ausfluß der Vernichtungswut des Gottes, sondern ist in jedem Einzelfali völlig begründet. In den Psalmen finden wir ebenfalls zuweilen ähnliche Bilder. So erscheinen im Psalm 104 die flammenden Blitze als seine Diener, als sein Attribut. Aber gerade dieses Kapitel, das nicht auf einen bestimmten Einzelfall Bezug nimmt, sondern die Weltschöpfung schildert, zeigt seine Allmacht in der gesamten Natur. Es schildert die Entstehung von Tal und Berg und Wasser, malt den Liebreiz der Natur und breitet herrlichen Frieden über Welt und Geschöpfe. In diesem Zusammenhänge ist natürlich die Benennung der zündenden Blitze als seiner Diener auch nicht im Sinne einer Bestrafung, einer Schädigung von Lebewesen aufzufassen. Da wir nirgends eine Ausnahme von dieser Auffassung finden, so werden wir Psalm 50,2, wo tatsächlieh Feuer und Sturm als die Attribute des Herrn gelten, ähnlich aufzufassen gezwungen sein, daß nämlich diese Erscheinungen entweder zur Strafe für die Sünder oder als Zeichen für die Offenbarung eintreten. Nirgends aber läßt Gott das gewaltige Naturereignis, besonders wenn es Ver- Wüstung anrichten, Vernichtung bringen soll, ohne Grund, gewissermaßen aus Laune und Schadenfreude eintreten. Andererseits aber findet die Schrift die mildesten Töne, wo sie Gott weder dem Frevler gegenüberstelit, noch große Schicksalswendungen im Leben der Völker herbeiführen läßt, sondern wo er in das tägliche Leben des Einzelnen eingreift. Da ist nichts zu hören von Wirbelwind, Donner

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