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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 148

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 148 (sequence 20)
Language
German
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148 Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. die Naturkräfte. Aber gleich darauf schon die Versicherung* daß die Vernichtung eben nur die Frevler treffe, die gefressen werden wie das Kleid von der Motte, aber »ihr, die ihr die Lehre im Herzen traget, brauchet nicht zu fürchten, mein Heil bestehet ewiglich«. Nun steht es dem Gelehrten frei, aus These oder Antithese ein Zitat fein isoliert herauszuheben. Und so geht es denn in ähnlicher Weise fort. Auch dort, wo der Herr als Gott des Erdbebens, der Gewitter und reißenden Bäche, der Vulkane (und in dem größeren Werke weiterhin als der Gott der Pest, der Finsternis, der wilden Tiere, der Insekten, der Heuschrecken u. s. w.) geschildert wird, ist der Zusammenhang stets der gleiche, wie wir ihn oben dargestellt haben. Es ist wahr, »man kommt aus dem Grauen nicht heraus«. Aber nirgends ist die Verwüstung eine Folge der Laune, Ausfluß der dämonischen Wesenheit, sondern Strafgericht, freilich der strengsten Art. Und auch hier steht der These oft die Antithese gegenüber. So genügt es, ein Zitat nach dem andern im Zusammenhänge nachzuschlagen*). Selbst im Psalm 29, der die Furchtbarkeit des Erdbebens schildert, liegt den Worten: »Gottes Stimme in Macht, Gottes Stimme in Herrlichkeit« der Gedanke zu Grunde, daß er der Herr der gesamten Natur ist. Ob Beben, ob Frieden, immer herrscht derselbe Gott. So ist der Gedanke hier ähnlich wie im Psalm 104, wo das Gute und das Böse als Ausfluß desselben göttlichen Waltens dargestellt ist. Ausführlich citiert Gressmann die Stelle Jes. 2,12, nach der Gott in fürchterlichster Weise zu wüten droht: Alles gedenkt er dem Boden gleich zu machen, nichts neben sich zu dulden, was über die Ober- *) Nur einige Beispiele: Am. 8,8 (die Schuld Schomrons). Jes. 24,2 (die Erde wankt — denn es lastet schwer die Missetat auf ihr). Nah. 1,5 (er läßt ihm, Ninvch, nicht straflos hingehen). Mich. 1,4 (ob der Vergehen Jakobs und der Sünde Israels) u. s. f. Ebenso finden sich hier Gegenüberstellungen des mit Erdbeben strafenden Gottes und dessen, der mir wohl will, mir Licht, Kraft und Hilfe gewährt. (Ps. 18).

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