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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 144

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
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144 Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. gehen, der den Grund für diese Schrecknisse angiebt. Israel macht sich gegossene Bilder und bringt (wenn diese lieber־ Setzung richtig ist) Menschenopfer dar. Wie aber fährt der Prophet nach dieser grausigen Schilderung fort? Zunächst resümiert er in 14, 1: »Büßen wird Schomron, weil es widerspenstig war gegen seinen Gott«. Aber schon im zweiten Vers heißt es: »Kehre um, Israel, zum Ewigen« — und nun! wird alle Gnade und Liebe über Israel ausgegossen. »Nur in dir findet Liebe die Waise; ich will sie lieben aus Milde, denn gewichen ist mein Zorn. Ich will sein wie der Tau für Israel, es blühe wie Lilien und schlage Wurzeln gleich dem Libanon. Seine Reiser breiten sich aus, daß es schön sei wie ein Ölbaum und gleich dem Libanon dufte«. Auch 5m cap. 6 desselben Propheten heißt es: Gott möchte heilen, aber er muß strafen, doch wenn der Frevel schwindet, wird er verbinden, was er verwundet, und heilen, was er zerfleischt, und wird beleben und aufrichten. »Er wird kommen wie ein Regen zu uns, wie ein Spätregen, der das Land befruchtet«. Auch im Psalm 72, indem Gottes Gerechtigkeit gepriesen wird, wird er verglichen mit dem Regen auf die frischgemähte Aue, wie Regenschauer, die das Land befeuchten. Hier also in der Antithese nichts von Ostwind; freilich auch nichts von dem milden Westwind, dafür aber sind hier andere palästinensische Naturereignisse herangezogen, die für das Land noch weit segensreicher als der Westwind sind: der Tau und der Spätregen. Der Tau, der ja eine Folge der labenden Westwinde ist, deren Feuchtigkeit sich nachts infolge Abkühlung des Bodens niederschlägt, ist besonders während der regenlosen Sommerszeit für Palästina von unermeßlichem Werte, besonders für das Gedeihen der Sommersaat, die er tränkt und gegen die Sonnenglut schützt Ebenso ist der Spätregen für das Wachstum des Weizens von Bedeutung; ihm ist es zu danken, daß die Pflanzen den heißen Frühsommer vertragen, und daß die Bestellung der Sommersaat über-

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