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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 143

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 143 (sequence 15)
Language
German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 143 :gelten würden, weil sie ein späteres Produkt darstellen könnte, -50 ist es wesentlich, daß auch an jenen Stellen, an denen von Zorn und Strafe die Rede ist, dem zürnenden Gott häufig kurz darauf der Gott der Gnade gegenübergestellt wird, der dann freilich nicht im Sturmwind einherjagt Wir greifen beliebige Zitate heraus. Bedenklich ist es schon, die Theophanie des Elias zu citieren, mit der Begründung, daß Elias in dem Orkan, der Berge zerriß, den Herrn zu schauen »hoffte«. In Wirklichkeit suchte er ihn nicht dort, sondern, ,da er auf die gesamte Erscheinung, die ihm angekündigt war, wartete, suchte er ihn in allen den Erscheinungen, die vorüberzogen. Die Hauptsache ist, daß von all den möglichen Erscheinungsformen sich als die wirkliche nicht der Orkan, sondern das Säuseln des Windes herausstellte. Somit könnte höchstens jene Stelle das Gegenteil beweisen. Durch den Sturmwind sollte ein Kontrast geschaffen werden, um dann das wahre Wesen des Herrn im milden Windhauche um so deutlicher erscheinen zu lassen. Gleich das erste Zitat Jer. 23, 19 ist charakteristisch. Preilich heißt es da, daß »das Wetter des Ewigen grausig hervorbricht wie wirbelnder Sturm«. Aber die folgenden Worte, die nicht mehr citiert werden, lauten: »Auf das Haupt der Frevler fährt es hernieder«. Nachdem in Vers 8—8 Heil, Glück und Gerechtigkeit gepriesen worden sind, die über Israel kommen würden, wendet sich die Betrachtung den gegenwärtigen Zuständen zu. Aber die Frevler sind verrucht, von Ehebrechern wimmelt das Land, ihr Lauf ist zum Bösen, »darum . . . bringe ich über sie Unglück, das Jahr ihrer Ahndung, spricht der Herr«. Und nun folgt das Citat vom Sturmwind. Noch lehrreicher ist das Zitat Hos. 13, 15. Ein Sturm des Herrn fegt herauf von der Wüste und trocknet die Quellen aus. Es ist nur nötig, darauf hinzuweisen, daß alle jene Schrecknisse, mit denen der Prophet droht (wilde Tiere, Seuche und Glut), auf jenen zweiten Vers zurück-

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