Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 13)
- Language
- German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 141 wenn »wie der Wirbelwind seine Wege« sind, wenn er »dahinfährt in den Stürmen des Südens«, dann ist immer der (Süd-) Ostwind gemeint« Gewiß ist in allen jenen Stellen der verderbliche Ostwind gemeint, weil hier eben von der wohlbegründeten Verwüstung des Landes und seiner Bewohner die Rede ist. Aber es wird sich leicht zeigen lassen, daß derselbe Gott ein universeller ist, der ebenso über die schädlichen und verwüstenden wie über die frohen und erquickenden Naturereignisse gebietet und nicht nur mit den grausigen Waffen des Zornes kämpft, sondern, wo es angängig ist, Milde und Gnade walten läßt Die Einseitigkeit der Greßmannschen Darstellung kommt besonders in dem Wörtchen »daß nicht — sondern vielmehr«, und dann besonders noch in dem Wörtchen »nur« zum Ausdruck1).. Es darf nicht kleinlich erscheinen, wenn man sich an diese Worte klammert, denn in ihnen ist der Geist ausgedrückt, der die ganzen folgenden wissenschaftlichen Ausführungen erfüllt Ob eine solche Darstellung schon in einem gelehrten Buche — denn der größte Teil unseres Buches stellt einen für den Laien zurechtgemachten Auszug aus einem größeren Werke »Ursprung der israelitischjüdischen Eschatologie« (Göttingen, Vandenhoeck u. Ruprecht, 1905, 8. 378 S.) dar — gestattet ist, soll hier nicht erörtert werden; in einem populären Buche ist sie es sicher nicht im Feuilleton der Tageszeitung erscheint dann als Folge dieser Darstellung mit der üblichen Uebertreibung״ ein Zerrbild des altisraelitischen Kultus, das Abscheu und. Verachtung einflößt Bekanntlich ist es oft den aufgeklärtesten christlichen Schriftstellern nicht möglich gewese^ sich in ihren apologetischen Schriften von diesem Geiste 0 Das »n u r« ist zwar nur in dem Zusammenhang gebraucht, daß allein der Ostwind als göttlich bezeichnet wird; aber Greßmanns Schlußfolgerung ist offenbar die, daß auch nur die dem Schirokko entsprechende Wesenheit dem Gotte Israels eignet, während; die dem Westwind entsprechende, da er nicht ausdrücklich als göttlich;- bezeichnet wird, garnicht oder kaum zu berücksichtigen ist.