Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 11)
- Language
- German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. ׳139 rationell gewählt, weil er eine Erinnerung an den Glaubens■? satz beim Eintritt ins Haus und beim Ausgang ermöglicht, eine Erinnerung, die ebenso angestrebt wird, wie »beim Niederlegen und beim Aufstehen«. Beim Passahfest handelt es sich um die Anbringung eines Zeichens am Hause, dasdem Auge von aussen her sichtbar sein sollte. Beim Skiaven allerdings, dem das Ohr durchbohrt wurde, ist die Be- Ziehung Gottes zum Pfosten höchst auffällig; allerdings ist: bekanntlich diese Übersetzung von האלהים zweifelhaft. Weiterhin ist auch zu bedenken, daß die sinaitischen Beduinen ebenfalls bei Einweihung eines neuen Hauses einen Bockschlachten und das Blut auf Tür und Vorderseite des Hauses sprengen, während im Hedschas die Ecken des Gebäudesbesprengt werden. Es ist also fraglich, ob wirklich immer die Pfosten besprengt wurden. Aber zweifellos hat Greßmanns Vorstellung viel Bestechendes, und es wäre nur zu» wünschen gewesen, daß sich diese Auffassung innerhalb berechtigter Grenzen gehalten hätte. Auf weitere Einzelheiten des ersten Teiles einzugehen,- versage ich mir, obwohl Manches allzukühn und daher für ein populäres Buch nicht einwandsfrei erscheint; denn in der populären Literatur sollten nur möglichst gesicherte- Forschungsresultate niedergelegt werden. Daß z. B. die Anrufung Gottes mit Namen den Polytheismus zur Voraus- Setzung hat, ist eine Annahme, die nicht logischer ist wiedie Annahme des Gegenteils1). Die zweite Hälfte des Buches befaßt sich mit der Herleitung gewisser altisraelitischer Vor- Stellungen von den klimatischen Eigentümlichkeiten und spezifischenNaturereignissen des Landes, die ja in allen Religionen, der buddhistischen wie der griechischen und germanischen, von- נ) Die auf S. 34 und 35 vorkommende Diagnose muß auf jeden, der auch nur ungefähr das Wesen der Epilepsie kennt, sehr erheiternd wirken.