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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 138

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. sehen, daß die beiden weiteren Zitate sich auf das Philisterland beziehen, das eben meist nicht unter israelitischer Herrschaft stand. So bezieht sich die Erzählung I. Sam. 5, 5 auf die Priester der Philister, die nicht mehr die Schwelle* überschreiten durften, weil sie dort im Dagonstempel zu« Asdod Kopf und Hände ihres zerbrochenen Gottes gefunden hatten. Hieran knüpft die zweite Stelle Zeph. 15 9 an, in der für Gewalt und Trug und allerlei Laster die Strafe angekündigt, und der Zorn des Herrn besonders jenen an gedroht wird, die »über die Schwelle hüpfen«, indem sie den Philisterbrauch annehmen. Erwiesen ist nur, daß die Kanaaniter, und dann auch später noch die P h i 1 i s t e r unter der Schwelle Bauopfer begruben, ebenso wie die Ureinwohner vom Mexiko, Rom, Siam, Schleswig-Holstein und Nordamerika, daß die Philister über die Schwelle hüpften, gleichviel ob aus diesem oder einem später gefundenen Grunde, daß hiermit assyrische Gebräuche in Verbindung stehen, und daß׳ der heutige arabische Brauch, Pfosten und Türsturz mit Blut zu besprengen, hiermit zusammenhängt. Nicht erwiesen ist, daß dergleichen auch in Juda oder Israel geschehen, keine Spur davon erwiesen, daß Derartiges im ältesten israelitischen Kultus etwa gar vorgeschrieben war. Nichts widerspricht der Annahme, daß Israels Lehre das Bauopfer beseitigt habe. Daß sich freilich aus den von Greßmann geschilderten uralten Landesbräuchen eine gewisse Heiligkeit der Pfosten entwickelte, die dann zu einer allgemein orientalischen Vorstellung wurde, die auch dann noch bestehen blieb, als ihre Grundidee längst verloren gegangen war, mag: immerhin möglich sein. Die orientalische Vorstellung von; der Bedeutsamkeit der Pfosten kehrt in der Tat, von neuen Ideen erfüllt, im israelitischen Gesetz häufig wieder. Freilich ist auch meist in den Einzelfällen ein Grund für diese Lokalisierung auffindbar. So ist der Ort der Mesusah an sich

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