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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 137 (sequence 9)
Language
German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 137 Verbote von Molochdienst und Menschenopfern stützt (III. Mos. 18, 21; 20, 2, vgl. Gen. c. 22). Nun weist Greßmann darauf hin, daß Bauopfer in Israelitischer Königszeit erwiesen seien, da sie nicht nur aus Megiddo von 1500, sondern nach Macalister in Geser auch für das 8. vorchristliche Jahrhundert durch Aus-;grabungen zu Tage gefördert seien. Ohne weiteres wird hinzugefügt, es handle sich um einen »regelmäßigen und weitverbreiteten Ritus«. Zunächst sei dieser Behauptung die Aeusserung Sellins gegenübergestellt, der auf Grund seiner Grabungen in der Ebene Jesreel zu dem Schlüsse kam, daß sich die Bauopfer nur in den Schichten kanaanitischer Zeit finden und mit Beginn der israelitischen Schichten verschwänden. Aber gesetzt, Sellins Ansicht sei falsch oder von Macalister überholt, und Macalisters Zeitschätzung sei zutreffender, was wäre dann für den israelitischen Kultus erwiesen? Geser war eine Stadt im Philisterlande, wo sich der Feind noch Jahrhunderte lang hielt, nachdem Palästina längst von den Israeliten erobert war.1) Ferner ist Geser bald als Grenz-, bald als Levitenstadt erwähnt, von den Ägyptern wurde es eingenommen, gelangte dann in Salomons Besitz und stand später unter wechselnder Herrschaft. Es läßt sich nicht sagen, wer dort um 800 herrschte. Jedenfalls war Geser eine Philisterstadt, in der sich eben der uralte kanaanitische Kult durch die ganze israelitische Königszeit erhalten konnte. Einen wirklich israelitischen Kultus,dazu noch einen weit verbreiteten anzunehmen, wäre höchstens gestattet, wenn Bauopfer in einem Zentrum israelitischer Herrschaft und aus der Zeit dieser Herrschaft gefunden würden. Es ist auch nicht zu über- ‘) »Und Ephraim trieb nicht aus den Kanaani, der in Geser wohnte, and der Kanaani blieb wohnen in seiner Mitte in Geser«. *(Rieht. 1, 29.) Dasselbe Jos. 16, 10 mit dem Zusatz »bis auf diesen Tag«.

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