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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
Date
1910-01-01
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 133 nun Eieasar in den zitierten Versen die specielleren An- ’Weisungen. Die Kriegsleute sollten eine Reinigung folgender Art vornehmen: Eine Reinigung der Dinge, die durchs Feuer kommen (d. h. der Metalle, die nun aufgezählt werden) — ■durch Feuer, der Dinge aber, die nicht ins Feuer kommen,— durch Wasser. Das bedeutet, daß das Eisen geglüht, die Kleider gewaschen werden sollen. Jedenfalls liegt hier doch die Beziehung der Vorschrift zu den israelitischen Reinheitsgesetzen klar zu Tage. Man mag nun mit Benzinger der Meinung sein, daß »die Unreinerklärung des Leichnams der energische Protest der JHV-Religion gegen den Totenkult, die denkbar schärfste Verurteilung desselben« bedeutet oder mag andere Erklärungen bevorzugen, in keinem Falle kann in der Reinigung der Gegenstände etwas anderes als eine durch die Berührung der Leichen notwendig gewordene Befolgung der allgemeinen israelitischen Reinheitsgesetze erblickt werden, keinesfalls aber eine Zerstörung des dämonischen Charakters des eisernen Materials selbst. Wäre die eigenartige Auffassung Greßmanns richtig, so wäre nicht einzusehen, warum nicht die den Metallen parallel erwähnten Kleidungsstücke ebenfalls als nach israelitischer Auffassung »unrein« aufgefaßt werden müßten, d. h. als mit Dämonen in Beziehung stehend, bis sie durch Wasser rein werden. Das wäre unsinnig, aber nicht unlogischer als das andere. ln einer schön geschlossenen Darstellung giebt Greßmann dann von dem heutigen Brauch der Araber Palästinas, beim Einzug in ein neues Haus oder bei der Fundamentlegung ein Opfer darzubringen und mit dem Blut die Pfosten und den Türsturz zu besprengen, die historische ■Erklärung. Ausgehend von den in Kanaan üblichen Bauopfern, die die Ausgrabungen der letzten Jahre wieder ans Licht gefördert, führt er seinen Gedankengang durch die Völker und Zeiten bis auf die Gegenwart herab, wobei es 4hm gelingt, höchst interessante Parallelen aufzudecken.

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