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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 745

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Zum Kalam der Araber und zur christlichen Scholastik
Date
1909-01-01
Page
Seite 745 (sequence 2)
Language
German
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Notizen. 745 Gesichtspunkten *tu gesehen; doch handelt es sich nicht bloß um verschiedene Auffassungsweisen, sondern diesen Auffassungsweisen ent•* sprechen auch wirkliche Existenzformen, Seinszustände, sowohl in der Begriffswelt als auch in den Dingen. Der Ausdruck HaL geht auf das Verhältnis, in welchem die Begriffe zu einander stehen, das zugleich in den Dingen realisiert ist, weshalb der Ausdruck Hai. sowohl von den Begriffen an sich als auch von den Dingen gebraucht wird (vgl. Uber d. Einfluß S. 67 A. 3). Das Akzidenz ist zugleich Schwärze, Species, Genus. Jeder dieser Begriffe ist nur mit sich identisch und vom anderen verschieden, und doch bilden sie eine untrennbare Einheit, Das Gleiche gilt vom Begriffe Substanz, räumlich, Akzidenzen aufnehmend, ln gleichem Sinne gebraucht Abu Haäim den Ausdruck von den Attributen Gottes, zu denen er auch die Göttlichkeit rechnet Jedes Attribut ist nur mit sich identisch und von den anderen verschieden, und doch bilden sie unter sich und mit dem Wesen eine untrennbare Einheit. Vergleichen wir damit das bekannte Beispiel in der Status- Lehre: Plato ist sowohl Individuum als auch Species, Genus, so fällt die Ähnlichkeit in die Augen, und zwar ist die Übereinstimmung eine doppelte. Sowohl Hai als Status, die ihrer Grundbedeutung nach gleich sind (== Zustand), werden gebraucht, um auszudrücken, daß ein und dasselbe verschiedenes ist, von verschiedenen Gesichlspunkten aus betrachtet. Zu dieser allgemeinen Übereinstimmung kommt eine spezielle, wenn wir das obige Beispiel vom Akzidenz in Betracht ziehen. Eia und dasselbe ist zugleich Besonderes, Species und Genus, was bereits mit dem Nominalismusstreit Zusammenhänge Sollte bei dieser doppelten Übereinstimmung nicht eine historische Beziehung obwalten? Wäre Walther v. Mortaigne der Urheber der Status-Lehre, so läge dies fern, da bei ihm eine Bekanntschaft mit den Arabern sich nicht nachweisen laßt. Aber die Urheberschaft Walthers wird mit Recht allgemein bezweifelt. Am ehesten ließe sich eine solche Beziehung bei Adelard von Bath, dem Verfasser der arabisch-lat. Euklid-Über- Setzung, annehmen, dessen Lehre sich kaum merklich von der Status- Theorie unterscheidet (vgl. Haureau, de la phil. scol, I, S. 255 ff. J. H. Löwe, Der Kampf zw. d. Real. 11. Nom. in den Abh. d. k. böhm. Ges., Prag 1876, S. 55, Hans Willner, Des Adelard v. B. Tr. de eodem et diverso in den Beiträgen v. Baeumker u. v. Hertling, Bd. IV., inhärieren könne, weil das Akzidenz in sich keinen Bestand habe, sondern nur durch die Substanz existiere. Wie reimt sich damit die Behauptung, daß die Akzidenzen den Modis inhärieren? Darnach müßten die Modi etwas Selbständigeres, Wirklicheres sein als die Akzidenzen, während Horten gerade das Gegenteil behauptet (Literaturz. a. a. O. ZDMG., S. 304). Seltsam ist, daß der Verfasser offenbare Textfehler ganz über-

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