Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die neuesten Aufstellungen über Moses und sein Werk
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 651 (sequence 11)
- Language
- German
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Die neuesten Aufstellungen über Moses uud sein Werk. 651 Kraft mit ihrer monotheistischen Überzeugung hätten verein baren können. Bei der großen sittlichen Kraft des vorprophetischen Israels, wie sie selbst bei einem einfachen Mädchen in den Worten 11) כי לא יעשה כן בישראל. Sam. 13, 12) zum Ausdruck kommt, wird man die Anstößigkeit der oben aufgezählten Fälle sicherlich unangenehm empfunden haben. Allein wo nur ein einziger wirkender Gott zur Verfügung steht, muß dieser auch die Quelle für das Böse sein, wie auch wir heute die unschuldigen Kinderopfer von Messina auf das Konto des allliebenden und allgerechten Gottes schreiben. Ein Lokalgott, wie sich die Kritik den vorprophetischen JHW denkt, ist eine Naturmacht, die nach momentaner Leidenschaft handelt, ohne auch nur die nächste Zukunft zu berücksichtigen. Vorsehung, leitender historischer Plan, vorausberechneter Geschichtszweck u. ä., liegen unendlich weit aus der Sphäre eines solchen Naturdämons. Die vorprophetische Geschichtsbetrachtung dagegen ist ganz und gar yon einer auf den fernen Endzweck hinarbeitenden Vorsehung geleitet (vrgl. die Josephsgeschichte I. M. 50, 20, אתם חשבתם עלי רעה אלהים חשבה לטובה, ferner להחיות עם רב כיום הזה; e. 45, 15? כי למחיה שלחני אלהים לפניכם, ebenso auch I. M. 24, 27. 48, 50, 25. 11. M. 13, 19. I. Sam. 9,15 ff. ü. Sam. 17,14. 1. Kön. 3, 5 ff. 11, 11 ff. 22, 20 ff. II. Kön. 9, 6 ff. u. a. Und muß nicht die vorprophetische Motivierung JHWs von der Hinausschiebung der Besitznahme Palästinas, (יי לא שלם עון 1 האטורי. M. 15, 16.) schon ganz allein genügen, um die Israeliten vor Arnos himmelhoch über alle Heidenvölker zu erheben. Kann man sich dies auch nur vorstellen, daß Marduk oder Zeus einen Krieg gegen ein fremdes Volk für verfrüht hält, weil jenes Volk noch nicht des Verderbens reif ist? Durch diese Fülle von Beweisen aus den literarischen Schätzen, die selbst nach den Anschauungen der radikalkritischen Schule allesamt der vor prophetischen Zeit an-