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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 649

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Die neuesten Aufstellungen über Moses und sein Werk
Date
1909-01-01
Page
Seite 649 (sequence 9)
Language
German
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Die neuesten Aufstellungen über Moses und sein Werk. 649 tremsten Exegese als das älteste über die Schriftpropheten weit hinaufragende Denkmal angesehen wird, verhängt den Bann über jeden, der außer für JHW Opfer darbringt (11. M. 22,19. 34,14.) Vorprophetische Könige, wie Jehu, rotteten den Baalskultus in Palästina aus. Elijahus rücksichtsloser Kampf gegen die Baalspriester steht selbst in der nachprophetischen Zeit einzig da, wie ja überhaupt die Kämpfe für JHW in der Periode zwischen Moses und Amos ganz alltäglich waren. Solche ganz eigenartige Erscheinungen sind aber nicht nur im damaligen Kanaan, Aram, Moab, Ammon, Edom, Midjan usw. ganz undenkbar, sondern auch im fortgeschrittenen Babylon und Ägypten und müßten daher in Israel als ein unlösbares Rätsel angesehen werden, wenn hier der Einfluß eines Moses weggedacht würde. Die eine sehr primitive Gottesvorstellung verratenden Erzählungen des J. und E., die in der allgemeinen hier vorherrschenden geläuterten Gottesauffassung wie erratische Blöcke hervorstarren, so z. B. daß Gott mit Jakob ringt und vor Jakob weint (I. M. 32,25 ff., Hosea 12,5] daß er Moses im Hospiz mit Mordgedanken überfällt (11. M. 4,24), daß er auf den Kerubim thront (I. Sam. 4,4 u. ö.), daß er um Mitternacht durch Ägypten zieht und zwecks Unterscheidung der jüdischen Häuser der Blutzeichen bedarf (II M. 12,12 f.), daß Gottessöhne nach der Menschen Töchter gelüsten (I M. 6, 2), daß er den David zur pestbringenden Volkszählung verleitet, — was übrigens der Chronist auf den Satan überträgt — (I. Sam. 24, 1 ff. vgl. I. Chron. 21, 1 ff.), daß er durch die Buchenbäume spricht, daß er eine eherne Schlange zu Heilzwecken anfertigen läßt (IV. M. 21, 8) usw. — diese und viele ähnliche Momente sind von der Kritik mit Unrecht als Beweise für das vorprophetische Heidentum in Israel benutzt worden. Gerade weil der Monotheismus in den Zeiten des J. u. E. durchschlagend war und man nicht einmal einen Satan neben ihm anerkennen wollte, war man,

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