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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 644

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Die neuesten Aufstellungen über Moses und sein Werk
Date
1909-01-01
Page
Seite 644 (sequence 4)
Language
German
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644 Die neuesten Aufstellungen über Moses und sein Werk. deren Stämme von ihrem Heros Jakob am Flusse Jabbok erzählten, daß er nämlich mit JHW gestritten, (II. M. 4,27 ויפגשהו... ויבקש המיתו), diesem das heilige Orakel (Urim und Thumim) entrissen und so seinen Stamm in den glückliehen Besitz dieser Loose gebracht habe, wodurch der Leviten-Clan sich zum Lehrer und Priester der anderen Stämme berufen fühlte, und der Brunnen dieses dem JHW abgerungenen Orakels den Namen מי מריבת קדש erhalten habe (V. M. 33, 8 תומיך ואוריך לאיש חסידך .. תריבהו על מי מריבה). Der Lokalgott von Kadesch war JHW, von dem jedoch die Leviten in ihrer Tradition zu berichten wußten, daß sein ursprünglicher Sitz am Sinai war, und daß er vom Sinai nach dem Brunnen zu Kadesch gekommen sei («>!£ ה׳ מסגי בא ... הופיע מהר פאק ו?*תא מ:ר.יבת V. M. 33, 2)1). Als Israel aus Ägypten zog, so erzählten sich die Leviten, sei es direkt nach Kadesch gekommen, — der Aufenthalt und die Offenbarung am Sinai stammen auch nach anderen Kritikern aus späteren Quellen, — woselbst ihnen Moses die Offenbarung JHW’s übermittelt habe. Von Kadesch seien sie dann direkt — nicht über den Jordan — gegen Norden zu nach dem Süden Palästinas vorgedrungen (vgl. Num. 21, 1—3 mit Richter 1, 17). Der Stamm Levi von Kadesch, der sich bei der Eroberung Palästinas nicht beteiligt habe, weshalb ihn auch das Debora-Lied nicht kenne, und ebenso der gleichfalls außerhalb der Südgrenze Palästinas wohnende Stamm Simeon, waren früher mächtige Stämme, die bei ihren Nachbarn im Ansehen standen. Später aber, gegen Schluß der Richterzeit, unternahmen sie gemeinsam einen kriegerischen Vorstoß gegen die Sichemiten mit sehr zweifelhaftem Erfolge, wodurch sie ihre ursprüngliche außerpalästinensische Heimat verließen, einen festen Besitz in Palästina sich aber auch nicht erobern konnten, und daher zerstreut und zersprengt unter den Stämmen Palästinas 1) Die Verwandlung von מרבבות קידש in ממי מריבת קדש hat Meyer von WeUhansen entlehnt.

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