Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 632 (sequence 6)
- Language
- German
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632 Besprechungen. es nach RMBM mit den Früchten des siebenten Jahres, welche von Heiden gekauft worden, zu halten sei. R. Joseph Karo erklärte, RMBM meine, wie auch Estori Parchi angibt, die heidnischen Früchte des Schemitta-Jahres haben keine Heiligkeit, sind wie Früchte jedes anderen Jahres; sie müssen daher, wenn der Jude sie vor der Fertig- Stellung derselben קלדם מירלח von ihm kauft, verzehntet werden- R. Moses Trani behauptet aber, RMBM meine, sie sind zu in Genuß erlaubt, sie haben heiligen Charakter, wie die Früchte des Juden und man brauche deshalb von ihnen keine Zehnten zu geben. Der Streit war sehr heftig. R. Moses Trani hat für seine Behauptung Folgeleistung auch von R. Joseph Karo sich erzwingen wollen. Er soll, wie R. Joseph Trani in seinen Responssn (I, 41, 42), wo er diese Frage nochmals gründlich erörtert, RJK. genötigt haben, sich ihm zu fügen, was aber der Verfasser von Peat ha-Schulchan bestreitet. R. Joseph Karo wäre von seiner Meinung nicht abgegangen. R. Joseph Trani wäre zur Zeit, als der Streit bestand, noch sehr jung gewesen Auffallend bleibt immer, daß R. Joseph Karo seine Meinung in den Sch. Aruch nicht aufgenommen hat und die Frage gar nicht berührt. Die jüngsten Autoritäten, R. Elia Wilna und der Verfasser des Peath ha-Schulchan, erklären sich für die Auffassung des R. Joseph Karo. In der Tat besagt der Wortsinn RMBM’s das, was R. Joseph Karo verstanden hat, und ist es, wie Peath ha-Schulchan beweist, unmöglich, die Worte RMBMs so zu deuten, wie R. Moses Trani es getan. Bezüglich der Entscheidung RMBMs kommt dessen Rechtfertigung von Seiten des Verfassers von Peath Haschulchan auf das schon von Estori Parchi Gesagte hinaus, daß diese Entscheidung aus dem Babli folge, nur bringter noch andere Beweisstellen aus dem Babli bei. Die Beantwortung der Fragen Estori Parckis aber, daß die Toseftastellen gegen die Entscheidung RMBM’s seien, ist ihm eben so wenig gelungen wie R. Moses Trani. Auch nach ihm sollen an den vielen Toseftastelleu, aus welchen unzweideutig אין קני) לגלי יכל׳ folgt, dies nur אחר מידידו gemeint sein, und zwar wenn der גלי die Früchte von Juden gekauft hat. Interessant ist aber nach ihm die Beantwortung der Frage, wie die Toseftastelle אין מוכרין לאין לוקחין מן הגלי לבון חכרתי פירות שביעית nach RMBM zu verstehen sei; und wir sehen, wie durch andere Gedanken auch die Worte geändert werden müssen, d, h. wie man zu allen Zeiten Emendationen zu machen nicht anstellt, wenn man einen Gedanken für richtig hält. Estori Parchi hatte noch eine Handschrift der Tosefta, in welcher, wie in der Erfurter und der Wiener Handscbr der Wortlaut, wie zitirt, stand. Peath Haschulchan hatte aber eine gedruckte rezensierte Tosefta — dem RJF. beigefügt — da stand, wie wir in der alten Ausgabe lesen, אין מוכרין לאין ללקחין מן הכותי למן הכלתי.