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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 5 · p. Seite 631

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 631 (sequence 5)
Language
German
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Besprechungen. 631 zuschreiben mußte, als der Mischna1), konnte nicht aimehmen, daß die zahlreichen Stellen der Tosefta, welche gegen die Entscheidung RMBMs sprechen, alle korrumpiert sein sollten. RMBM als Codificator hat wohl erkannt, daß der Babli einen anderen Standpunkt hat als die Tosefta und der Jeruschalmi, und da er jenen teilte, so entschied er nach ihm, ohne daß er annahm, die Tosefta sei korrumpiert, sondern sei vielmehr durch Babli abrogiert. R. Moses Tran! aber, der wiederholt auf dieses Thema zu sprechen kommt (s. die Stellen im Buche), will die Tosefta-Stellen mit der Entscheidüng RMBiWs harmonisieren. Solche gezwungene Erklärungen mußte Estori Parchi und gewiß auch RMBM für unmöglich halten. So soll der Salz der Tosefta אין מוכרין ואין לוקחי] מן הגוי ומן הכותי &ירות שבמלת so erklärt werden, daß [אי] מוכרי auf כוי und אי] לור)חין nur auf כותי sich bezieht, oder wie er erst zu erklären versucht, es soll gemeint sein, man darf vom גוי Früchte, die dieser vom Juden gekauft hat, nicht kaufen. Ebensowenig ist R. Bezalel Aschkeaasi die Harmonisierung von RMBM’s Entscheidung mit J. gelungen, worauf wir noch zurückkommen werden. Bestand aber zwischen den beiden Autoritäten Palästinas — R. Joseph Karo und R. Moses Trani — Übereinstimmung und kam ein Beschluß zu Stande, daß man bezüglich der Zehnten an der Ent- Scheidung RMBMs festhalien müsse2), daß nämlich, wenn der Nichtjude die Früchte fertiggestellt hat, (אחר מריחה) sie vom Zehnten frei sind, denn RMBM sei die anerkannte Autorität Palästinas (מארי דא״י) — so brach zwischen den genannten Autoritäten darüber Streit aus, wie ג) Siehe meine Abhandlung über Tosefta in »Gott, geh Amzeiger« 1881, Stück 23, 24. S. 732. Dort zitiere ich seine Bemerkung (p, 107a) »Nach meiner Meinung hat Tosefta das richtige«. HEs hat wohl wenig Talmudisten gegeben, die sich so eingehend mit Tosefta beschäftigten als Estori Parchi. Er erkannte deren Wichtigkeit durch Übereinstimmung ihrer Angaben mit seinen wissenschaftlichen Forschungen. Als das geschichtliche Interesse in der neuen Zeit erwachte, erkannte man auch die größere Zuverlässigkeit der Angaben in der Tosefta in historischer Beziehung als in den Zitaten des Babli. Aber das gilt auch in halachischer Beziehung. Eine Tosefta, die als korrumpiert gilt (משבשתא), ist in Wahrheit abrogiert und tatsächlich richtiger als das dafür substituierte. 8) An dieser Versammlung haben nach R. Bezalel Aschkenasi Teil genommen: seine Lehrer R. David b. Simri (RDBS), der zuletzt n Safeü[ lebte und HO Jahre alt geworden (s. Conforte 36b) und R. arsilede Coriel.

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