Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 630 (sequence 4)
- Language
- German
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630 Besprechungen. der Gegenwart möglichen Falls für biblisch, aber sicher für rabbinisch hielt. Im 47. Abschnitt wirft er gleichfalls schwierige Fragen gegen die Entscheidung RMBM’s auf, welche dahin geht, daß die Früchte eines heidnischen Feldes im שביעים erlaubt seien. Das meint er, wäre gegen die Misch51a — nach RMBM’s Erklärung derselben — und gegen die Tosefta. Aber im folgenden Absatz sagt er ואל הרב דל יש לי להאמין אף על שמאל שהיא ימין; damit will er sagen, obwohl die Schwierigkeiten sich nicht beantworten lassen, so hat er doch eine Stütze an Babli, wie er gleich hinzufügt. Wir sehen, Estori Parchi, als wissenschaftlichcr Mann, wollte nicht harmonisieren, sondern konnte nur bemerken, RMBM habe sich nach B. gerichtet. Dieser hat das Recht auch gegen Tosefta zu streiten. Aber durch diese Bemerkungen des aufgezeigten Gegensatzes zwischen Tosefta, Jerusch, und Babli zog er sich schwere Vorwürfe von den späteren Marmornsten zu. R. Bezalel Aschkenasi (Resp. 1, 2) ist ganz entrüstet, wie Estori Parchi es wagen konnte, gegen RMBM, die anerkannte Autorität, in solchem Tone zu schreiben. Gewiß, meint er, hat RMBM das Recht oder die Pflicht, eine Tosefta, welche nicht im Einklang mit Babli ist, zu verwerfen; sie ist korrumpiert (־(משובשתא Wenn er nicht selten nach der Tosefta entscheidet, so geschieht es nur dann, wenn Babli nicht dagegen ist Wie R. Bezalel Aschkenasi, nehmen auch andere Autoritäten Estori Parchi es übel, gegen RMBM so polemisiert zu h^ben. in Hil. Schemitta, schreibt R. Joseph Karo, וכל דבריו הם שלא בהשגחה, alle seine Worte sind ohne Gründlichkeit, ohne daß er die Beweisstellen gegen RMBM aus der Tosefta zu widerlegen für notwendig hält; denn die Tosefta — meint er sicher — ist keine Instanz gegen RMBM. In Hilch. Terumoth schließt er seine Erklärung folgendermaßen: Jetzt kam ein Mann hierher, der auch von Nichtjuden gekauften Früchten die; Zehnten ,gibt; man muß ihn aber zwingen, sich der Entscheidung RMBIVFs zu: fügen, um nicht Parteiungen aufkommen zu lassen. .Ähnlich־ schreibt R. Joseph Trani in einem Responsum mit geringer Achtung von Estori Parchi: »Was ist unser Anteil an den Worten des Verfassers von Kaphtor wa-Pherach«, welcher schreibt, »dem Lehrer .(RMBM) muß man glauben, wenn er auch rechts links nennt«. Er hat,, ohne: seiner Ehre zu nahe za treten, die Worte RMBM’s nicht verstanden«. , r•.. .... Man muß vielmehr den Autoritäten, meint er, sich an- ,schließen, welche Babli bezüglich Masseroth mit Tosefta harmonisieren. ,7*•׳ . Aber der Wahrheit suchende Estori Parchi, der durch seine ,porsphungen jn geographischer Beziehung der Tosefta mehr Autorität