Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 629 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 629 stemmen kann, sondern in Babylonien nach Auffassung der babyl. Amoräer neu redigiert wurde, und daß manchen Worten eine andere Bedeutung zugeschrieben wurde, als ihnen zukommt. In diesem Artikel wollen wir die Kämpfe darstellen, welche sich seit RMBM.. nicht nur auf einen Federkrieg gegen seine Ent- Scheidung von Seiten der französischen Schule sich beschränkten, sondern im 16. Jahrhundert heftige Kämpfe in der Praxis in Palästina 11 ervorriefen, welche schließlich zum Banne derjenigen führten, welche sich nicht nach der Entscheidung RMBM.'s richteten; ja sogar unter denjenigen, welche an RMBM/s Meinung festhielten (bezüglich des Zehnten), brach wieder ein Streit aus, wie die Meinung RMBM.’s betreff der ־שביעי ת Früchte des Heiden zu verstehen sei. Wir wollen die Entwickelung dieser Kämpfe verfolgen, weil es sich herausstellt, daß dieser Kampf gegen RMBM nichts anders war, als ein Kampf um Wiederherstellung der palästinensischen Halacha, die aus Tosefta und Jeruschalmi hervorgeht, gegenüber der erleichternden babyl. Halacha, die aus Mischna und Gemara folgt, wenn man auch, durch Harmonisierung die Gegensätze zu ebnen suchte. Aber die Verschiedenheit zwischen den genannten Kodices ist so in die Augen springend, daß man sich eines Staunens über die Gewaltsamkeit der Erklärungen nicht erwehren kann. Der erste, der das Thema nach RMBM. gründlich behandelte, war der 1306 aus Frankreich vertriebene, von Liebe zum heiligen Lande begeisterte Geograph desselben Estori Parchi. Daß er auch auf talmudischem Gebiet hervorragend war, davon legt sein Buch Zeugnis ab. Im 4. Kapitel, in welchem er dieses Thema behandelt, wirft er wuchtige Fragen gegen die Entscheidung RMBM.’s auf. Er zitiert eine Reihe von Tosefta-Stellen, aus welchen durchgängig hervorgeht, daß אין קבין לנרי בארץ ישראל להגוקיע מידיי מעשרות ושביעית u. zw. nach Fertigstellung der Frucht 0מרוח> von Seite des Heiden, während RMBM. entscheidet, man brauche von heidnischer Frucht, wenn der Heide sie vollständig hergestellt (,אחר מייחד), keinen Zehnten zu geben. Hat er, sagt Parchi weiter, von diesen Stellen keine Notiz genommen, sie vielleicht nicht gekannt, oder nicht anerkannt, so muß man sich mehr wundern, daß er wohl eine Tosefta-Stelle in| ihrem ersten Teile zitiert und den zweiten Teil, der ausdrücklich gegen seine Entscheidung spricht, verschweigt. — Er meint aber dann, RMBM's Entscheidung stimmt mit B. nach seiner Erklärung überein. Wir aber, sagt er weiter, richten uns nach den Erschwerenden und er zählt die Autoritäten der Tossafistenschule auf. Am weitesten ging sein Lehrer, der Märtyrer R. Elieser aus Chinon (S. Edelmann p. XXIX), welcher die Verpflichtung heidnischer Früchte in Palästina zum Zehnten noch in