Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 625 (sequence 9)
- Language
- German
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Besprechungen. 625 häufig genug, daß das Lehren in der Synagoge nicht an. einen bestimmten Stand gebunden war, es finden sich auch sonst nirgends derartige Bestimmungen. — S. 40 u. Daß der Verfasser die Essäer zu den Vertretern des Hellenismus rechnet, dürfte allgemein überraschen. — S. 41. Der Verf. scheint die Verbreitung der hellenistischen Riehtung zu untersichätzen. Von Josephus wissen wir, daß er den Mittelpunkt eines Kreises Gleichgesinnter bildete; Philo hat seine Homilien offenbar für ein größeres Publikum gearbeitet und nimmt überdies auf verschiedene Richtungen im Hellenismus selbst bezug. — S. 49. Weshalb gerade seit der Zeit Agrippas L bei den Pharisäern der nationale Gesichtspunkt vorgeherrscht haben soll, ist nicht einzusehen — S. 50. Der Satz Schammais Aboth I, 15 היי מקבל את צל אדם בסבר פנים יסית muß übersetzt werden: blicke jeden freundlich an, der zu dir kommt; zu סבר פנים vgl. Rivista Isv. V, p. 101. ״־־־ S. 79. Daß im Talmud nirgends auf den Essäismus bezug genommen wird, läßt sich nur mit der Anschauung des Verfassers vereinbaren, deren Richtigkeit wir oben (zu S. 49) bereits bezweifelt haben. ־— S. 81, Anm. Das zweite, dem Petrus zugeschriebene Gebet heißt ,אתן תהלד; vgl. dazu meine Studien zur Gesch. des jüd. Gottesdienstes S. 72. — S, 91. Synagogengerichte gibt es nicht, aber die Christen standen im bür־ gerlichen Reclitsverband und unter bürgerlicher Rechtssprechung. — S, 96 und 10S wird entschieden bestritten, daß die Juden am Anfang der Regierung Hadrians die Erlaubnis zum Tempelbau erhalten haben. Die Zeugnisse dafür hat Verfasser nicht widerlegt. Die Er- Zahlung in Ber. rab. cap. 64 läßt sich mit der Bezeichnung Legende nicht aus der Welt schaffen. — S. 159. Der neue Erklärungsversuch der Judeiivertreibung in Rom unter Claudius befriedigt nicht, weil dadurch das assidue tumultuantes keine Erklärung findet. — S. 167 handelt es sich in Rom offenbar um eine Art Askese. Der Verfasser vermengt einige nicht zusammengehörige Dinge: Koscher hat nichts mit rein oder unrein zu tun, und was er vom Verbot der dnreh Heiden zubereiteten Speisen sagt, bezieht sich auf Palästina, vgl. Schabb. 13b ff. und Graetz, Geschichte Bd. III, Note 26. — S. 181 Anm. ist die Chronologie nicht ganz genau; die Kontroverse zwischen Josua und Elieser, wie es richtig heißen muß, stammt aus der Zeit nach der Tempel״ Zerstörung. — S. 186. Der abendländische Text der Apostelgeschichte hat den Text xoct o<70c p/ri 9׳-sXsts etc. die wörtliche Übersetzung des Satzes Hiüels 'דעלך סני ופו, das ist dieselbe Fassung, die der Verfasser S. 339 in der Didache beanstandet. Über den Sinn des Satzes Lev. 19, 18 bestand, wie ich schon Pharisäer S. 75f. ausgeführt, habe, keinerlei Meinungsverschiedenheit. Vgl. jetzt auch G. Klein, d. älteste christliche Katechismus, S. VIII. —- S. 206 wird die Beschrieidung ein Monatsschrift, 53. Jahrgang. 40