Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 624 (sequence 8)
- Language
- German
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624 Besprechungen. Einfluß des Judentums zurückführt. Der Verfasser geht darin so weit, daß er S. 327 Clemens zum Vorwurf mabht: »13, 2 erscheint Christi Wort in einer Linie mit dem älftestamentiichen Götteswort.« Es^bämdelt sich, nebenbei bemerkt, um Jerem, 9, 22 f. einen Ausspruch, cier sich heben jedem höchsten "Wort irgend einer Religiön wohl sehen lassen kann l Davön und von theologischen Differenzen soll hie!r nicht geredet Werden; aber die völlige Verkennung der historischen7 Situatioh muß zur Spräche kommen Das Ürchristentum weiß nichts von der inodernen Lehre des radikalen Bruches Jesu mit Israel am Ende seines Lebens (S, 81), es betrachtet sich selbst als die alttestamentliehe Gemeinde, überträgt auf sich alle die alten Weissagungen. Darum kam eben nach Herrn as, was dem Verfasser so verwund erlich und tadelnswert erscheint, Christus nicht um die Kirche zu stiften, sondern sie zu erneuern (S. 302). Das Alte Testament bildet das Lebenselement der alten christlichen Lehrer, den Grundstock ihrer theologischen Bildung, es liefert ihnen״neben dem Evangelium und vor allem in den zahlreichen Punkten, über die dieses schweigt, theologische und ethische Begriffe; es bietet die wichtigste und brauchbarste Waffe im Kampfe gegen das Sektenwesen, gegen die Ausschreitungen des Heidentums. Von diesem Gesichtspunkt aus sollte es eine ganz andere Würdigung erfahren. Eine andere Frage ist freilich, wie getrübt vielfach die äTttestamentlichen Begriffe und Anschauungen den christlichen Lehrern überkamen. Hier sollte die jüdische Wissenschaft einsetzen, das wäre eine Aufgabe, durch deren Lösung sie zur Erkenntnis der ältesten Entwicklung des Christentums wesentlich beitragen könnte. Im einzelnen ist folgendes zu bemerken: S. 22 Daß die Herrschaft des Herodes den Bestrebungen der Schriftgelehrten günstig war, kann man nicht ohne weiteres sagen. — S. 25 Zur'Einsetzung des Fasttages wegen Übersetzung der LXX mußte berücksichtigt werden, zu welcher Zeit das geschah. — Das. Trotz der eigenen Lehrhäuser blieben R. Elieser und R. Josua dem zentralen Lehrhaus in Jabne zugehörig. — S. 30 »Anm. Die mildere Beurteilung der Proselyten war gewiß nicht die verbreitete«. Das kommt auf die Zeit an, vor Häärian sicherlich. Dazu und zur Frage des Missionseifers überhaupt war Graetz, Die Proselyten im jüd. Römerreiche, zu vergleichen. — S. 31. Daß über die Kanonizität der Bücher Judith und Sirach gestritten wurde, ist mir nicht bekannt; der Verfasser verwechsfeit das w׳öhi rtlit Ezechiel und Cant. ־-— S. 32. Die Reinigkeitsbestimmiingen spielten in der Diaspora keine Rolle. -־־ S. 39, Daß die Schfiftg'elehrten nicht Ldle einzigen Lehrer in der Synagoge waren, ergibt sich aus unseren allgemeinen Bemerkungen; das Neue Testament berichtet