Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 618 (sequence 2)
- Language
- German
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618 Besprechungen; Verbreitung des Judaismus in der Zeit nach Paulus, die außerhalb Palästinas als sehr gering* nachgewiesen wird; 4. Judaismus und Synkratismus, wobei die von den Kirchenvätern genannten judenchristlichen Sekten kritisch untersucht werden; 5. Das Zurücktreten des Judais« mus, das, neben den nationalen Schicksalsschlägen der Juden, sowie ihrer völligen Trennung von den Christen, auch dem mangelhaften Verständnis späterer Zeiten für die pauiinische Lehre zuzuschreiben ist. In Kap. IV (S, 248—366) werden »die Nachwirkungen des Judentums im Christentum« dargestellt, und zwar in §§ 1 und 2 die engen Be- Ziehungen zwischen Judentum und Christentum in Olaubensmeintmgen, Religionsquellen, in Kultus, Verfassung und Sitte; in § 3 namentlich wird der religiös-sittliche Vorstellungskreis in den Schriften der Apostolischen Väter einer Prüfung unterzogen und der Nachweis ihres Zusammenhangs mit der jüdischen Lehre und Tradition im allgemeinen sowie insbesondere in der Lehre über Gott und Christus, über den Menschen und die Aneignung des Heils, über das sittliche Leben, über die Kirche und das Ende der Welt unternommen. Insbesondere für den ersten Clemensbrief und den Hirten des Hermas^ die beide den Übergang zur katholischen Kirche vermitteln, wird der Zusammenhang mit jüdischen Vorstellungen und Schriften dargetan. Eine »Schlußbetrachtung« (367—380) faßt die Ergebnisse des Buches zusammen, während eine Beilage »der Minäismus« (381—400) alle Stellen der talmudischen Literatur bis zur Zeit des Barkochba-Krieges, in denen mit Minim Jadenchristeu gemeint sein können, in Über- Setzung und kritischer Beleuchtung vorführt. Eine Liste von Ergänzungen (401—404) und ein sorgfältiges Quellen־׳ und Sachregister (S. 405—419) vervollständigen das wertvolle Buch. Das Werk ist so angelegt, daß jedesmal auf dem dritten Abschnitt der einzelnen Kapitel der Schwerpunkt ruht. Die Methode des Verfassers ist eine sehr bedächtige und vorsichtige; neue Hypothesen vermeidet er, eher sucht er zwischen den alten auszugleichem. Seine Resultate werden überall im Anschluß an die Quellen gegeben. Mitunter, z. B. bei der Beschreibung des äußeren Bestandes des Juden- Christentums (S. 101 ff.), will es mir sogar scheinen, als würde die Darstellung dadurch beeinträchtigt. Besondere Bedeutung muß dem vierten Kapitel zugesprochen werden, wo eine derartige Untersuchung der Quellen zum ersten Male versucht ist. Bei der Besprechung der Quellen erweist sich der Verfasser vielfach als tüchtiger Exeget des Neuen Testaments. Daß dabei überall die Einheitlichkeit und die Authentie der Schriften, die als Quellen benutzt werden, vorausgesetzt ist, darüber mit dem Verfasser zu rechten, ist nicht meines Amtes. Was uns hier in erster Reihe interessiert, ist die Benutzung der