Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 617 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. 617 Hoennieke. Q!נ s t a v: Das Juden Christentum Im ersten und zweiten Jahrhundert. VIII -|- 420 SS. Berlin, Trovifitzsch & Sohn, 1908. 8<>. Es ist ein sehr gründliches und gelehrtes :Buch, das der Verfasser vorlegt. Gegenüber den verschiedenartigen Behandlungen, diedas Problem seit F. Chr. Baur gefunden hat, die in der Einleitung eine kritische Würdigung erfahren, hat für den Verfasser der Begriff■ »Judenchristentum« eine dreifache Bedeutung; er bezeichnet zunächst; ein, genetisches Verhältnis, die Abstammung der Christen von Juden, sodann eine bestimmte Art der Auffassung des Evangeliums in jüdischem Sinne, Judaismus genannt, und endlich die Nachwirkung des״: Judentums in der Entwicklung des Christentums zur Kirche. Dieser Gang der Forschung macht einen Überblick über das Judentum der eisten: christlichen Zeit notwendig (S. 1 — 19). Damit ist die Gliederung: des-Buches gegeben. Der Verfasser behandelt zunächst in Kap. I das Judentum im ersten und zweiten Jahrhundert (S. 20—77), und zwar gibt § 1 einen Überblick über die äußere und innere Geschichte des Judentums; § 2 die Hauptgeistesrichtungen innerhalb des Judentums; § 3 Partikularismus und Universalismus im Judentum unter folgenden Rubriken: 1. Gottesherrschaft, Thora, Erlösung und Vollendung; 2. die pSiarisäische; 3. die hellenistische; 4. die apokalyptische Richtung; 5. die Bedeutung des Partikularismus. Kap. II (S. 78—176) bespricht »die Verbreitung des Evangeliums unter den Juden«, und zwar in § l die Mission, wobei die Annahme einer Förderung des Christentums durch die Essäer abgelehnt wird, in § 2 die Quellen, wo fast alle neutestamentliehen Schriften, daneben nur wenige Nachrichten der. Kirchenväter in Betracht kommen; in § 3 den äußeren Bestand desJudenchristentums 1. in Palästina und den angrenzenden Gebieten, 2. in Kleinasien, 3. in Macedonien, Achaja und Kreta, 4. in Italien. Kap. III (S, 177—247) behandelt den Judaismus, und zwar § 1 die Entstehung des Judaisr mus aus dem Bestreben, gegenüber der Mission des Paulus, die Prärogative des jüdischen Volkes und die Beobachtung des jüdischen Zeremonialgesetzes auch unter den Heiden aufrecht zu erhalten; § 2 untersucht die Quellen und nimmt als spicke neben der Apostelgeschichte vor allem die paulinischen Briefe in Anspruch, während die; Verwerfung des Jakobusbriefes, der Apokalypse Jah. und des Matthäus Evang. abgelehnt wird; § 3 :schildert die geschichtliche Bedeutung des Judaismus nach folgenden Gesichtspunkten: 1. Missions* methode und Anschauungen der Judaisten zur Zeit des Paulus; 2. Die Judaisten und die Urapostel, wobei der Verfasser den. Standpunkt vertritt, daß die Urapostel der judaistischen Agitation fernstanden, daß die Gegner des Paulus wohl aus Jerusalem gekommen sind, jedoch nicht im Aufträge oder aus dem Kreise der Urapostel; 3. Die