Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden in der tannäischen Zeit
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 549 (sequence 11)
- Language
- German
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Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden. 549 Der Honig. Da, wie wir gesehen haben, den alten Hebräern die Bienenzucht höchst wahrscheinlich unbekannt war* 1), kann unter דבש in der Bibel zunächst nur der wilde Honig2) verstanden werden, den man, wie nach dem Berichte von Reisenden3) zum Teil in Palästina noch heute, in Felsspalten4), hohlen Bäumen oder sogar auf dem Boden5) fand, ln der Regel bezeichnet דבש den Bienenhonig; an einigen Stellen aber, besonders da, wo דבש mit Getreide- und Obstarten6) zusammen genannt wird, bedeutet es Feigen- oder Dattelhonig. Vielfach hat man mit דבש einen aus Trauben eingekochten Syrup identifiziert, der gegenwärtig in Syrien den gleichen Namen »dibs« führt7). Allein Ausschneiden des Honigs und Wachses, mit Rindermist aber im Früh- Jahr zur Vertilgung der Motten (Col. IX, 14, 3), im Sommer zur Ermunterung der schwach fliegenden Völker (Varro III, 16), und zur Vertilgung schädlicher Gerüche«. l) Vgl. den Abschnitt »Biene«. ף Jos, 7, 15, 22; Ez. 16, 13(?); ■Spr. 25, 16; H. Lied 4, 11. Als solcher wird er auch im Neuen Testament erwähnt, Matth. 3, 4; Marc. 1, 6. 3) Seetzen I. 169, I. 244: In einer Felsengrotte waren wilde Bienen, deren Honig man gewinnt; vgl. auch Winer, Bibi. Realwörterbuch (T 47) 1, 511. ף Deut. 32, 13; Ps. 81, 17. ö) Ir. Sam. 14, 25. 6) Deut. 8, 8; Jer. 41, 8; ebenso nach Hoffmann (Das Buch Leviticus übersetzt und erklärt, Berlin 1905) Lev. 2, 11 u. 2 Chr. 31, 5. 7) So Gen. 43, 11; Ez. 27, 17; vgl, Winer a. a. O.; Riehm, Handwörterbuch des bibl. Alt 651 f,; Guthe, Kurzes Bibelwörterbuch 276; Benzinger, Hebr. Archäologie (1894) S. 91. Vgl. dagegen Stade, Gesch. des Volkes Israel. I. 371, Anm. 3. Auch L, Bauer (Volksleben im Lande der Bibel) konnte mich trotz der S. 156 f angeführten Gründe nicht davon überzeugen, daß debasch der Bibel eine Be- Zeichnung sei, »die weniger für den Bienenhonig als vielmehr für den heute noch produzierten Traubenhonig zutrifft«. Für die biblische Zeit wird sich m. E. ganz Sicheres nicht ausmachen lassen. Wenn der Traubenlionig in alter Zeit bekannt gewesen wäre, so müßte wenigstens im mischiusch-talimidischen Schrifttum ebenso gut דבש של