Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 500 (sequence 4)
- Language
- German
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500 Besprechungen. artigem Titel verbirgt, notwendiger braucht, als langatmige, laienhafte Berichte über angeblich interessante Reisen. Von demselben Gesichtspunkte aus würde ich empfehlen, daß künftighin Bücher, die sich nicht speziell mit Palästina befassen, aber für die Palästinaforschung wichtige Angaben enthalten, selbst dann aufgenommen werden, wenn sie nicht 1904—1909 in erster Auflage erschienen sind. Als Vorwand — wenn durchaus die heilige Ordnung gewahrt sein muß — könnte da genügen, wenn während der genannten Zeit eine neue Auflage erschienen ist. Anderenfalls gelangen ja diese Titel überhaupt nicht in die Bibliographie־ Der Einwand, daß sie beim ersten Erscheinen aufgenommen seien, trifft nicht zu. Denn erstens ist das z. B. bei naturwissenschaftlichen Büchern zweifelhaft, und vor allem zweitens ist doch jene 1. Auflage heute als veraltet zu be״ trachten. Sie hat vielleicht den Wert eines Artikels von 1870, während die neueste, revidierte Auflage den Wert des neuesten Materials von 1905 hat. Gewiß gehört ein Buch, wie Scheube, »Die Krankheiten der warmen Länder«, streng genommen nicht hierher, aber der wissenschaftliche Arbeiter wird das Buch nicht gut entbehren können; er wird es aber nirgends in der Bibliographie finden. Kann er es nicht leicht übersehen? Nicht viel anders steht es z. B. mit Zahlenangaben über Sterbefälle zur Zeit von Choleraepidemieen, Sie sind in den offiziellen Berichten der Münchener medizinischen Wochenschrift zu finden. Die Bibliographie verrät nichts davon, und doch ist das Material der letzten Jahre völlig neu. Wir empfehlen also etwas mehr Weitherzigkeit bei der Aufnahmeprüfung. Der Materialsucher wird Thomsen dafür dankbar sein. Nicht ganz konsequent ist die Frage entschieden, inwieweit Syrien oder wenigstens der Palästina benachbarte südliche Teil Syriens in die Bibliographie mit einzubeziehen sei. Wenn einerseits die Literatur über »Damascus und Libanon« aufgenommen ist, darunter Girards »Beyrouth et le Liban«, ja sogar eine Reise nach Baalbek, so durfte doch nicht die Literatur über Beirut fiach dessen ganzer geographischer Lage fortgelassen werden. Am störendsten ist diese Fortlassung in nosologischer Beziehung. (Ich exemplifiziere mehrfach auf diesen Gegenstand, weil er mir am geläufigsten ist.) Thomsen hat unter »Sanitäres« aus des Rezensenten »Medizinischer Bibliographie für Syrien, Palästina und Cypern. I. Teil« einen Auszug aufgenommen, in dem nicht nur die Literatur außerhalb 95—04, sowie die Cypernliteratur (mit Recht), ferner allgemein-medizinische Schriften der oben erwähnten Art (mit Unrecht) ausgeschieden sind, sondern auch die Literatur über Beirut, wobei nicht einmal konsequent vorgegangen wird, da z. B. die Arbeiten über syrische Cholera beibe-