Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 499 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 499 Buch, dessen Ausstattung recht gediegen ist, bedarf keines besonderen Lobes oder besonderer Empfehlung. Wir mäkeln nicht an dem Wert dieses Buches, wenn wir im folgenden einige Ausstellungen an seinem Inhalt machen, die vielleicht von Thomsen in der Bearbeitung des nächsten Bandes berücksichtigt werden könnten. Zunächst einige Fragen der Systematik. Thomsen hat sich, wie er in der Einleitung angibt, der Notwendigkeit, einige Titel doppelt anzuführen, nicht entziehen können. Ich habe nicht festst eilen können, unter welchem Gesichtspunkte er Wiederholungen vorgenommen hat, sicher ist nur, daß sie in viel zu beschränktem Maße erfolgt sind. Wenn die Bibliographie wirklich dem Ratsuchenden Nutzen bringen soll, so müssen die Wiederholungen, die ja durch ein beigefügtes Kreuz oder durch Kleindruck als solche kenntlich gemacht sein können, viel häufiger stattfinden. Zwei Beispiele. Die bekannte erstklassige Arbeit Theobald Fischers »Palacstina, eine länderkundliche Studie« ist mit Recht unter & Geographie, A. Allgemeines. 1. Allgemeine Dar- Stellungen« verzeichnet. Nun ist diese Arbeit zum größten Teil geologischer Natur, sie ist es in so hohem Maße, daß selbst die politische und Wirtschaftsgeschichte des Landes in ihren letzten Ursprüngen auf die Bodenstruktur zurückgeführt wird. Wer nun geologisches Material sucht, findet unter »Geologie, allgemeines« nicht mehr als 9 Arbeiten aufgeführt, dabei noch so unwichtige wie die von Block und so kurze wie die von Karsten. Ist mir also Fischers Arbeit unbekannt, so muß sie mir entgehen, selbst dann, wenn ich ergänzendes Material unter »Geographie, allgemeines« suchte, wo nichts den geologischen Charakter von Fischers Arbeit verrät. Ein anderes Beispiel. Unter »Sanitäres« gibt Thomsen fast nur medizinische Aufsätze und Bücher. Wer nun für eine spezielle medizinische Frage Material sucht (was seine besonderen Schwierigkeiten hat, weil hier zu all den für die Palästinaliteratur in Betracht kommenden Gebieten auch noch die medizinische Fachpresse vieler Länder hinzukommt), wird niemals auf den Gedanken verfallen, daß er Material über Tuberkulose und Hirnhautentzündung in Luncz’ Palästina-Almanach und über Krank״ heiten und Volksheilmittei der Beduinen in L. Bauers Schriften findet. Denn Luncz ist nur unter dem harmlosen Titel »Zeitschriften und Sammelwerke« und Bauer unter »Modernes Palästina, Allgemeines« oder »Sitten« aufgeführt. Wo in aller Welt soll man da medizinisches Material vermuten? So meine ich, daß »Fehler«, wie Wiederholungen, Inkorrektheiten, Inkonsequenzen, dort ruhig hingenommen werden sollten, wo sie die Rücksicht auf den praktischen Nutzen erfordert. Die Bibliographie muß den Gesichtspunkt berücksichtigen, daß der wissenschaftliche Arbeiter oft eine zweizeilige Notiz, die sich unter fremd- 32*