Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 488 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829819-2829824-2889283--37239-2889401- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
488 Besprechungen. Wenn auch der Ausdruck an einigen Stellen den Heiden gegenüber gebraucht wird, ja wenn sogar einmal ein Unterschied zwischen der mündlich tradierten Lehre uud der schriftlichen darin gefunden wird, daß die erstere nur Israels Eigentum, während die letztere auch den Heiden zugänglich sei, — was beweist dies für den Ursprung der technischen Bezeichnung? Ebenso sind nach unserem Dafürhalten die Schlüsse unberechtigt, die S. XX ff. aus Sifra zu Lev« 26, 40 gezogen werden. Daß dort unter »mündlicher Lehre« neben מדרשות und דינים nur solche Gesetze gemeint sein können, die weder durch Deutungen noch durch Schlußfolgerungen aus dem Schriftworte abgeleitet werden können, und die man gewöhnlich als הלכה למשה מסיני bezeichnet, folgt aus dem Zusammenhänge gar nicht. Es kann das Gesetz an sich gemeint sein, die Halachot, und daneben kann in den Ausdrücken מדרשית und דינים das Verfahren bezeichnet sein, durch welches sie gewonnen werden. Aber selbst, wenn wir den Ausdruck an dieser Stelle in dem vom Verf. gewollten Sinne nehmen, so folgt daraus noch gar nichts für die ursprüngliche Bedeutung des Ausdrucks. Eben so wenig können wir finden, daß R. Akiba an jener Stelle den Ausdruck .תורה שבעל נוד ablehnt. Er sagt bloß, daß es nicht nötig sei תורות auf die schriftliche und mündliche Lehre zu beziehen, da der Ausdruck viel einfacher erklärt werden könne. Vollends scheint uns unzutreffend *die Berufung des Verf. auf den Ausspruch Rabbis zu Exod. 35, 1: ויאמר אלהם אלה הדברים.... להביא שלשים ותשע מלאכות שאמר להן משה על פה.Wie soll aus dieser Stelle die ursprüngliche Bedeutung von »mündliehe Lehre« in dem vom Verf. angenommenen Sinti folgen? Rabbi findet ja gerade in dem Worte אלה, indem er dasselbe אלח gleichsetzt, oder indem er obendrein noch הדברים deutet (vgl. Jer. Sabbat 9b) einen Hinweis auf die 39 Arbeiten. Weiter auf den Gegenstand einzugehen, haben wir keine Veranlassung, da er nicht direkt die Mechilta berührt. Wenn wir aber auch mit dem Verfasser in seinen allgemeinen Ausführungen nicht übereinstimmen, so müssen wir hervorheben, daß er das Werk mit vielen guten Anmerkungen und Zusätzen versehen hat. Auf Einzelheiten übergehend, bemerken wir, daß es nicht an Mißversländnissen fehlt. Wir heben einige Beispiele aus dem Abschnitte Beschaliach hervor. S. 133. »Es gerannen die Urtiefen im Herzen des Meeres u. s. w. d. i. er machte sie wie eine Art Korb, Im Herzen des Meeres. Wie das Herz des Menschen gemacht ist aus zwei Teilen und (aus etwas) darüber, so gerann ihnen das Meer, (und wurde) zu zwei Teilen und etwas darüber. Text Friedm. 40 a: קפאו תהומות בלב ים (וגו׳) עשאן כמק קופה. בלב ים היאך לבו של אדם נתון משד חלקים ולמעלן כך קפא עליהם הים משני חלקיו ולמעלה• Zunächst ist die LA. כמין קופה, mit der sich kaum ein Sinn verbinden läßt, der allein