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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 4 · p. Seite 487

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 487 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 487 Geist des Midrasch vertraut zu machen, es werden Beispiele von einfachen Worterklärungen und von midraschischen Auslegungen im ei״ gentlichen Sinne nach den sogenannten Interpretationsregeln gegeben. Ob man freilich ohne weiteres behaupten könne, daß weder eine von den 13 Middot R. Israaels, noch von den 32 des R. Elieser b. R. Jose, des Galiläers, in der Mechilta zur Anwendung gekommen sei, wie dies auf $.?(׳ geschieht) möchten wir bezweifeln. Gegen Ende der Einleitung geben die Verfasser von ihrem Verfahren Rechenschaft. Der Über- Setzung zu Grunde gelegt ist der Text Friedmanns, wenn auch zuweilen von der Auffassung Friedmanns abgewichen wird, Die Über- (ragung soll eine wörtliche sein, und wo das deutsche Wort das hebräische nicht ersetzt und Ergänzungen notwendig sind, werden diese in Klammern gesetzt. Über die Art, in welcher die Verfasser die Arbeit unter sich teilten, wird in der Einleitung keine Auskunft gegeben, wir können daher nur von der Übersetzung und nicht von den Verfassern sprechen. Nichtsdestoweniger können wir nicht umhin, rühmend die Objektivität des christlichen Übersetzers hervorzuheben, da diese Eigenschaft nicht gerade häufig angetroffen wird. Bekannt ist ja auch seine außerordentlich fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete der Midraschliteratur — was von vornherein auch für das vorliegende Midraschwerk gute Erwartungen erweckt. In der Tat ist die Übertragung, wie wir hier schon aussprechen können, eine getreue und sorgfähige. Sie sucht das Original so wortgetreu als möglich wiederzugeben, bleibt aber trotzdem verständlich, und durch die jedesmalige Hervorhebung des Stichwortes, auf welches sich die Auslegung bezieht, wird dem Verständnis nachgeholfen und der innere Sinn der Schriftdeutung dem Leser enthüllt. Der Übersetzung geht ein Vorwort von Blau voran, weiches über den Ursprung und die Geschichte des Begriffes »mündliehe Lehre« handelt. Wir können mit den Ausführungen desselben nicht übereinstimmen. Was die Verbindung von כשנה הלכות ואגדות betrifft, so ist das Richtige bei Lewy, Über einige Fragmente aus der Mischna des Abba Saul S. 2, Anm. 3 zu lesen. Halachot bedeuten die Baraitasammlungen neben der Mischna Rabbis. Wenn diese Ausdrucksweise zuweilen auch in bezug auf eine frühere Zeit gebraucht wird, so beweist dies nichts gegen die Riehtigkeit dieser Erklärung; es reden die Späteren eben vom Standpunkte ihrer Zeit, wie dies in vielen Fällen sich nachweisen läßt. Ebenso können wir nicht die auf S. XXIII ausgesprochene Ansicht teilen, daß der Ausdruck »mündliche Lehre« ursprünglich den Heiden gegenüber geprägt wurde. Wir wissen nicht, was durch diese Annahme erkläit werden soll; aber, davon abgesehen, halten wir sie nicht für richtig

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