Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. Mechilta. Ein tannaitischer Midrasch zu Exodus, ins deutsche über* setzt und erläutert von J. Winter und A. Wünsche. Mit Beiträgen von Prof. Dr. Ludwig Blau. Leipzig, J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, 1909. XXIV u. 391 S. 8. Man kann von vornherein die Frage aufwerfen, ob überhaupt ein der Verbesserung noch so stark bedürftiger Text wie der der MecMlta sich für eine Übersetzung eignet Es könnte scheinen, daß eine Übersetzung doch nur einen sehr geringen Nutzen bieten könne, solange wir nicht einen halbwegs zuverlässigen Text besitzen. Dieser Übelstand muß sich besonders für die halachischen Partieen fühlbar machen. Denn schon an sich kann hier die Übersetzung den Sinn nicht völlig wiedergeben, und zum Verständnis nur wenig beitragen; und wenn nun obendrein der Text noch schwankend ist, so scheint eine Übertragung nur einen fraglichen Wert zu besitzen. Über diese Bedenken haben sich die Übersetzer mit Rücksicht auf die wirklichen Verhältnisse hinweggesetzt. Da wir nun einmal keinen sicheren Text haben und es fraglich ist, ob wir in absehbarer Zeit einen solchen besitzen werden, haben sie, unbekümmert um den erwähnten Übelstand, die Mechilta, wie sie nun einmal ist, durch eine Übertragung gewissen Kreisen zugänglich machen wollen. Der Übersetzung geht eine Einleitung voran, in welcher die Verfasser einen Überblick über die halachischen Midraschim gehen und über die verschiedenen Schulen, aus denen sie hervorgegangen sind, und die ursprüngliche Bedeutung von Sifre und Mechilta im Gegensatze zum jetzigen Gebrauch dieser Bezeichnung erklären. Etwas fremdartig berührt gleich auf der ersten Seite der Ausdruck ספר מכילתא, der übrigens der Einleitung Friedmanns zu seiner Mechiltaedition entlehnt ist, zumal da die Verfasser selbst als bekannt voraussetzen, daß die halachischen Midraschim ursprünglich nicht geschrieben waren. Durch geschickt gewählte Beispiele wird versucht, den Leser mit dem