Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Einige hebräisch-babylonische Redensarten
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 429 (sequence 2)
- Language
- German
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Einige hebräisch-babylonische Redensarten. 429 in Zeitschrift-Aufsätzen die lexikalischen Beziehungen zwisehen beiden Sprachen an der Hand von Beispielen erörtert. Im Folgenden sollen nun auch als Beitrag zum vergleichenden semitischen Lexikon einige biblische Rede- Wendungen an der Hand der babylonischen Literatur beleuchtet werden. Es empfiehlt sich, die Zitate in beiden Sprachen parallel neben einander im Zusammenhang eines ganzen Satzes oder Satzgefüges zu stellen, weil nur dann das Verhältnis der Ausdrucksweise in beiden Sprachen klar vor Augen tritt, und der Leser auch die Richtigkeit der Vergleichung prüfen kann. Es wird sich dann auch zeigen, wie wichtig es wäre, auch nach Zimmern s Glossen eine systematische Untersuchung der Redensarten in beiden Sprachen vorzunehmen. Manche dunkle Redeweise in der Bibel würde dann eine willkommene Beleuchtung erfahren, viele andere in ihrer Prägnanz schärfer gefaßt werden können. Auch für die biblische Textkritik würde sich manch wesentliches Resultat ergeben, wie weiter an einem Beispiel ersichtlich ist Die Frage, ob die Ähnlichkeit der einzelnen Redewendungen auf Urverwandschaft oder auf späterer Entlehnung beruht, 8011 hier unerörtert bleiben1). Umsomehr ist sie bei einer systematischen Behandlung des Gesamtmaterials im Auge zu behalten, wobei natürlich die aramäische, syrische und arabische Bibelversion herangezogen werden muß. 1) Im Allgemeinen dürfte man, so weit ich sehe, die meisten Parallelen auf nähere Verwandtschaft zurückführen, Selbst bei einem so eklatanten Beispiel wie מלא יד mullü qäta »Jemand mit einem Amte belehnen« ist es zweifelhaft, ob Entlehnung anzunehmen ist, angesichts einet so frühen Stelle wie Jud. XVII, 5. Die Redensart rührt jedenfalls von einer kultischen Handlung her. Vielleicht hängt damit das »Ergreifen der Hände Bels« zusammen, eine kultische Zeremonie, durch welche — wie Win ekler bekanntlich nachgewiesen hat — die Herrschaft des Königs im Sinne der Belehnung durch die Gottheit als legitim sanktioniert wurde. Über die Redensart מלא יד handelt Loosley in den Expositoiy Times XV, S. 382, doch ist mir dieser Artikel nicht zugänglich.