Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 4 · p. Seite 393

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 4
Article
Zur Vorgeschichte des Gesetzes über die Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847
Date
1909-01-01
Page
Seite 393 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829819-2829824-2889278--37139-2889306
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zur Vorgeschichte d; Gesetzes über d. Verhältnisse d. Juden etc. 393 Entwicklung der Danziger Gemeinde mußte es aber als durchaus unerwünscht, vielleicht sogar als eine Gefahr für die gesunde Entwicklung der Königsberger Gemeinde erscheinen lassen, daß Danzig einen entscheidenden Einfluß ausübte1). Für Berlin und auch für Breslau lag die gleiche Besorgnis nicht vor. Immerhin Ist auch die Zurückhaltung der Breslauer Gemeinde aus den Verhältnissen heraus zu verstehen. In dem Breslauer Rabbinatsstreit hatte die Tikfinsche Partei mehrfach die Entscheidung der Regierung angerufen, um Geigers Anstellung zu hintertreiben und seine Wirksamkeit zu hindern. Die Regierung hatte jedes Eingehen auf die religiösen Streitigkeiten abgelehnt. Aber der Breslauer Vorstand mochte fürchten, daß der im Berliner Entwurf vorgesehene Oberlandesvorstand in die inneren Angelegenheiten der Gemeinde eingreifen würde. ln der Rabbinerfrage sei auf die Andeutungen in der Programmarbeit S. 20 verwiesen. Die bezüglichen Verhältnisse in Berlin und Breslau sind bekannt; betont sei nur noch, daß Geiger mit Recht auf die Anstellung als Rabbiner — nicht allein als Prediger — Wert gelegt hatte. In Königsberg war nach wie vor ein Rabbiner angestellt — zu jener Zeit Jakob Hirsch Mecklenburg2), — dessen wesentliehe Tätigkeit in der Überwachung der religiösen Institutionen bestand. Die übrigen Aufgaben des Rabbiners, Predigt und Religionsunterricht, waren von dem rabbinischen Amt völlig losgelöst und einem Prediger und Religionsiehrer übertragen. Zwei Jahrzehnte früher hatte selbst diese Ordnung der Verhältnisse schwere Kämpfe zur Folge, die schließlich Francolms Wirksamkeit völlig lähmten und zu seinem Rücktritt führten3). Auf Drängen der Regierung ב) S. den Königsberger und den Berliner Brief in Programmarbeit S. 17 u. 26. 2) Verfasser von הכתב והקבלה. Er war Rabbiner in Königsberg von 1831 bis zu seinem Tode (6. April 1865). s) S« meine Beiträge zur Geschichte des Unterrichtswesens etc.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.